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Zero Dark Thirty

Helden sucht man in dieser Schlacht vergeblich

Diese Frau macht keine »Frauenfilme«, sondern liebt es hart auf der Leinwand. Kathryn Bigelow, die in »Tödliches Kommando – The Hurt Locker« (sechs Oscars, darunter den für die Beste Regie) einen Adrenalin geladenen Blick auf den gefährlichen Job einer US-Elite-Einheit von Bomben-Entschärfern im Irak warf und packt nun ein ganz heißes Eisen an: die Jagd auf und den Tod von Al Quida-Führer Osama Bin Laden. Auch dieses Kommando ist tödlich und obgleich das Ende niemandem fremd ist, verfolgt man gespannt die achtjährige beharrliche Suche einer jungen CIA-Agenten nach dem Top-Terroristen, ein persönlich geprägter Feldzug.

Das Drama beginnt mit einer langen Schwarzblende und einer erschütternden Toncollage des 11. September 2001, dann katapultiert der Film uns ohne Vorwarnung in ein Verhör, in dem ein Mann brutal durch Folter gebrochen wird, Menschenwürde zählt in diesem Geschäft nicht mehr. Das gefährliche Puzzlespiel geht von Saudi-Arabien über Afghanistan bis nach Pakistan, Kollateralschäden auf beiden Seiten inklusive.

Anfänglich wird etwas viel geredet, aber sukzessive nimmt die fiktionale, aber sich an der Realität orientierende Handlung Fahrt auf und wenn die US-Spezialkräfte im Schutz nächtlicher Dunkelheit mit Hubschraubern auf dem abgeschirmten Anwesen in Abbotabad landen, beweist Bigelow ihr fulminantes Können in der Minimierung. »Zero Dark Thirty« ist übrigens der militärische Code für eine halbe Stunde nach Mitternacht, den Moment, als die Navy Seals das Gelände betraten. Helden sucht man in dieser Schlacht vergeblich. Und das ist gut so.
Margret Köhler

Zero Dark Thirty USA 2012; Regie: Kathryn Bigelow
www.zerodarkthirty-movie.com
Zu sehen im UFA-Palast, im UCI und im CinemaxX

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