CyberSAX - Die Online-Ausgabe der SAX

Pionier der Fotografie

Eine Ausstellung im Stadtmuseum zu August Kotzsch

„Von Loschwitz nach Amerika“ ist es ein weiter Weg, den der Fotograf August Kotzsch vor allem durch seine außergewöhnlichen Arbeiten geschafft hat.

Ihm widmet das Stadtmuseum Dresden die Sonderausstellung mit 300 Exponaten, darunter 259 Fotos, 3 Fotoalben, Zeichnungen und sogar zwei Filmen. Teilweise besteht die Ausstellung aus bisher unveröffentlichten Werken.

August Kotzsch, geboren im September 1836, wuchs in Loschwitz auf und verbrachte Zeit seines Lebens dort. Die Eltern besaßen einen Weinberg und bezogen Kotzsch direkt nach der schulischen Ausbildung in die Arbeit dessen ein. Um 1860 bekam er durch seinen Nachbarn August Niemann einen Einblick in die Fotografie. Als dieser starb, kaufte er dessen Ausrüstung und begann fortan selbst Porträts, Landschaftsbilder und idyllischen Szenerien alter Bauernhöfe rund um Loschwitz zu fotografieren. Hauptsächlich bediente er sich des Nasskollodium-Verfahrens. Die Platten für die Fotografien wurden vor der Aufnahme gegossen und nass belichtet, um danach sofort entwickelt zu werden. Dies setzte allerdings die Mitführung einer Dunkelkammer voraus. Kotzsch, der auch als mobiler Reisefotograf zu verstehen ist, führte zu diesem Zwecke einen selbst gebauten Wagen mit sich, in dem er die fotografischen Errungenschaften entwickeln konnte. In seiner Arbeit ging Kotzsch eigenen sowie geschäftlichen Interessen nach. Demnach erstellte er auch Bildpostkarten. In der Ausstellung werden sowohl Auftraggeber, als auch Arbeitsprozesse gezeigt. In Form von Korrespondenzen und geschäftlichen Belegen zeigen sie die Zusammenarbeit mit dem Kantor der Loschwitzer Kirche Friedrich Wilhelm Pohle oder etwa der amerikanischen Firma Hampel Bros. in Chicago und New York.

Kotzschs überaus kreative Aufnahmen begeisterten Loschwitz und Umgebung, vor allem, da er der einzige Fotograf in der Ortschaft war. Viele seiner Ortsansichten, Natur, Tier- und Pflanzenstudien sowie die malerisch wirkenden Stillleben von Feld- und Gartenfrüchten sind bis heute erhalten und sollen in dieser Ausstellung einen Einblick in seine Arbeit geben. Sie zeigen zudem, dass es Zeiten des Umbruchs waren, in denen das Verhältnis von Stadt und Land oder von Tradition und Innovation neu bestimmt wurden. Zusätzlich dazu wird es einen Katalog geben, der die Fotografien Kotzschs mit reich illustrierten Texten zusammenfasst.
Jenny Trautmann

Von Loschwitz nach Amerika bis 26. September, Stadtmuseum Dresden
www.museen-dresden.de

Veranstaltungsdaten:
17. August Loschwitz, wie es der Fotograf A. Kotzsch sah, ab 18 Uhr
12. September Einführung in die Technik des Nasskollodium-Verfahrens, 11 Uhr
26. September Kuratorenführung mit Anne Schliephake
Jeden 2. und 4. Freitag im Monat sind ab 15 Uhr öffentliche Führungen vorgesehen. Gruppenführungen werden nach telefonischer Anmeldung ermöglicht.

Die SAX : Inhalt, Abo, Aktionen, Mediadaten, Kleinanzeigen