
Die Titanic Boygroup am 17. Februar in der Schauburg
Wem auf CDs der „Parental Advisory“-Aufkleber als Zeichen für Qualität gilt, dem kann man das Satiremagazin Titanic nur wärmstens empfehlen: 35 Ausgaben sind seit der Gründung 1979 auf dem Index gelandet. Damit ist das Blatt aus Frankfurt am Main die verbotenste Zeitschrift Deutschlands. Nicht ganz unschuldig an dieser Spitzenreiterposition dürften Oliver Maria Schmitt, Martin Sonneborn und Thomas Gsella sein – allesamt ehemalige Chefredakteure der Titanic.
Seit 15 Jahren sind diese Herren auf den Bühnen der Bundesrepublik als Titanic Boygroup präsent. Popsongs haben sie zwar nicht zu bieten, dafür aber Kurioses und Bitterböses über die (ehemals) Mächtigen wie Helmut „Birne“ Kohl oder Kurt „Bestie“ Beck. Es ist bemerkenswert, wie die Titanic unser Bild von Politikern formt und solche Spitznamen prägt – vor allem durch ihre einschlägigen Cover: Björn Engholm und die Badewanne oder „Zonen-Geli“ Angela Merkel mit ihrer „ersten Banane“ sind fast schon Teil des kollektiven Gedächtnis geworden. Ganz klar also, dass eine Reise durch die 32-jährige Geschichte der Titanic anhand denkwürdiger Titelbilder bei einem Auftritt von Schmitt, Sonneborn und Gsella nicht fehlen darf.
Das Trio blickt inzwischen zurück auf 800 ausverkaufte Darbietungen: „Ruhm, Weiber, Rückenschmerzen ohne Ende“ – alles haben sie schon erreicht. Jetzt haben die Satiriker genug und verabschieden sich 2012/13 mit einer großen Jubiläumstournee vom Publikum. Noch einmal ziehen die Drei dafür alle Register: Teil der „hochkomplexen PowerPointenPresentation“ sind Schröder und Lafontaine am Titanic-Partytelefon, Schmiergeldaktionen mit Fifa- und CDU-Funktionären, unverschämte Briefe an die Leser, abstoßende Polit-Aktionen, Pöbeleien gegen die Zone und Gedichte von Thomas Gsella. Verboten witzig!
Anne Kohlick
Titanic Boygroup 17. Februar, 20 Uhr, Schauburg, gemeinsam mit Undine Materni
www.titanic-magazin.de