
Am 31. Januar liest Axel Hacke im Wechselbad
Bei ihm wird aus der Zentrale der Telekom schon mal das Raketenkontrollzentrum Houston, ein Kühlschrank erwacht zum Leben und Neger erbleichen, bis sie weiß sind. Die Rede ist von Axel Hacke, dem Popstar der deutschen Kolumnenlandschaft. Schon seit 1997 bereichert er das Magazin der Süddeutschen Zeitung wöchentlich mit seinen amüsanten Texten.
Kaum jemand versteht es so gut wie der 55-Jährige in „Das Beste aus meinem Leben“ oder „Nächte mit Bosch“, Alltägliches mit surrealer Komik zu mischen. Die gleiche Fähigkeit nur im Medium der Malerei statt im Text besitzt Michael Sowa, der viele von Hackes Büchern (darunter „Der kleine Erziehungsberater“ oder „Der Weiße Neger Wumbaba“) kongenial illustriert hat. In ein Bild der Normalität bricht das Unmögliche ein: An einem Zimmer, in dem ein dicker älterer Mann sitzt und Zeitung liest, fliegen – ganz selbstverständlich – drei Pinguine vorbei.
Nach einem sehr ähnlichen Prinzip funktionieren auch die Texte des gebürtigen Braunschweigers: So pickt Hacke für „Das Beste aus aller Welt“ aus der schier endlosen Nachrichtenflut die skurrilsten Neuigkeiten heraus, um sie auf absurd-intelligente Weise zu kommentieren. Zusammenhänge entstehen da, wo man nie welche vermutet hätte: Was zum Beispiel hat der Silbergraue Erdbohrer aus Nordmalawi, dessen Zähne sich ein Leben lang erneuern, mit Wladimir Putin zu tun? Axel Hacke weiß es. Vielleicht liest er ja am 31. Januar im Wechselbad genau aus dieser Kolumne vor – dann wissen Sie es auch.
Anne Kohlick
Axel Hacke, 31. Januar, 20 Uhr, wechselbad-dresden, www.axelhacke.de