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Detroit ain’t dead yet

 Mitch Ryder am 5. März im Alten Schlachthof

So gut war das Rock-Nebelhorn aus Detroit lange nicht mehr. Landauf, landab hat Mitch Ryder im Winter schmerzgetränkte Messen der Rockmusik zelebriert. 28 Konzerte in 32 Tagen. Er kommt auf die Bühne und gibt alles. Zwei Stunden lang. Beseelt gingen die Leute nach dem Konzert heimwärts. „So würde Jim Morrison mit 60 klingen“, schrieb die ZEIT, der WDR widmete dem Rock-Haudegen eine lange Hörfunk-Reportage, die Berliner Zeitung fragte: „Wann haben die Stones ‚Gimme Shelter‘ zuletzt so hingelegt, vor 30 Jahren vielleicht?“ Jetzt ist der Sänger mit dem lauernden Vibrato in der Stimme wieder unterwegs durch Clubs und Säle.

Im Gepäck hat Mitch Ryder sein jüngstes US-Album „Detroit ain’t dead yet“, produziert von Don Was in Los Angeles. „Vielleicht mein wichtigstes und ganz sicher eines der besten Alben, die ich je gemacht habe“, sagt Mitch Ryder über sein letztes Studio-Werk, das den Vergleich mit seinem 1978er Meisterstücks „How I spent my vacation“ nicht zu scheuen braucht.

Seit der „Vacation“-LP und Ryders legendärem TV-Auftritt im ARD-Rockpalast sind 30 Jahre vergangen. Jene Vollmondnacht, jenes alptraumhaft entrückte Konzert in der Essener Grugahalle ist längst zur Legende verklärt. Für Ryder war es der Beginn seiner Beziehung zu Deutschland, die seitdem nicht abgerissen ist.

„Diese Nacht war für mich eine Chance“, sagt er heute, „wie man sie vielleicht nur einmal im Leben hat.“ In Amerika wollen seine Fans vor allem die Uralt-Hammerhits aus den Sechzigern hören. „In Europa mache ich völlig andere Musik“, sagt Ryder. „Hier erlaubt man mir, Künstler zu sein. Deshalb liebe ich Europa.“

Mitch Ryder 5. März, 20 Uhr, Alter Schlachthof
www.mitchryder.de

 

 

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