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Sound Of Bronkow Festival im Societætstheater

The Sound Of Bronkow im Societætstheater vom 3. bis 5. September

Lange sind die Zeiten vorbei, als die Kumpels & Friends von The Sound Of Bronkow auf ihrer frischgebackenen Label-Website die Besucher noch mit dem Kommentar »Hier entsteht in den nächsten Tagen die Homepage des windschiefen Lofi-Songwriter-Labels K&F Records« vertrösteten. Der kleine Kauz von Liedermacherlabel aus Dresden hat sich wahrlich gemausert und mittlerweile geht es – nach eigener Aussage – auch um wesentlich mehr als nur darum, dass mal wieder ein »einzelner Mann zur akustischen Gitarre weint«. Vielmehr sollen auch »breitwandigere Bandformate mit einbezogen werden, die aber oft eine gewisse Nähe zu Genres wie Folk, Americana und Country aufweisen«. Und genau das findet bei K&F Records auch statt. Aber wer jetzt denkt, dass die musikalische Authentizität früherer melancholischer Fern- und Heimwehstimmungen mit zunehmendem Erfolg des Plattenlabels aufgeweicht werde oder die mittlerweile so beliebte Mischung aus Großstadt- und Lagerfeuerromatik wieder verglüht, der irrt gewaltig. Und der beste Beweis dafür wird jetzt an gleich drei Tagen im Societætstheater zelebriert.
Die erlesene Auswahl der Bands, die im Rahmen des ersten Sound Of Bronkow Festivals auf den insgesamt vier Bühnen des Societætstheaters ihre Singer- und Songwriterkünste darbieten werden, setzt sich dabei aus verschiedenen Sprösslingen des Plattenlabels selbst sowie aus zahlreichen musikalischen Begleitern zusammen, die der K&F-Familie über die letzten Jahre ans Herz gewachsen sind.
So wird beispielsweise des Winzers Sohn Gisbert zu Knyphausen samt seiner vierköpfigen Band schmunzelnd einen erneut gekonnten Spagat zwischen Weltschmerz und Hoffnung aufs Parkett legen, wie er es ja auf seinem aktuellen Album »Hurra, Hurra! So nicht.« schon wieder getan hat. Aber auch The Black Atlantic aus Knyphausens ehemaligem Studienland, den Niederlanden, sowie die Kumpels&Friends-Labelkollegen von Garda werden zugegen sein. Letztere sollte man wohl schon deshalb nicht verpassen, weil ihr neues Album »Die, Technique, Die« in diesen Tagen auf dem Geschmackslabel Moor Works in Japan veröffentlicht wurde und dort wohl auch in absehbarer Zeit für Furore sorgen wird.
Und auch die Macher des Festivals selbst scheinen wahrlich vom Glück verfolgt zu sein, denn sogar die Absage von Moddi bekam durch den Amerikaner David Dondero einen mehr als nur angemessenen Ersatz. Manch einem ist Dondero vielleicht noch von seinen Tourneen zusammen mit den Bright Eyes oder den vier Herren von Spoon bekannt. Die detailverliebte Auswahl des Festival-Programms weiter auszuführen, scheint jetzt schon kaum noch nötig, aber ein paar kleine, fast schon versteckte, aber dennoch erwähnenswerte Spezialitäten hält das erste Sound of Bronkow Festival immer noch bereit.
Weil nämlich knapp 20 Bands und Solo-Künstler, drei Indoor-Bühnen sowie eine weitere eintrittfreie Freilicht-Bühne im Garten des Societætsthetaers noch immer nicht genug zu sein scheinen, gibt es zusätzlich noch ein paar Happenings der etwas besonderen Art. Zum einen kann, wer möchte, den Festival-Freitag noch standesgemäß in der Groove Station runterfeiern. Zum anderen hält der Sonnabend des Sound Of Bronkow Festivals noch etwas Kauzig-Feines bereit. Zur nächtlichen Stunde werden nämlich The Gentle Lurch im Thalia-Kino morsche Musik zum Besten geben, bei der, nach Aussage der Band, ein »kurzes, behagliches Eindösen« einen geradezu wünschenswerten Nebeneffekt darstellt. Wer also schon immer mal bei Rotwein aus Kaffeetassen und selbstgedrehten Zigaretten aus unparfümiertem Tabak schwelgen, schweigen oder dösen wollte, der sollte sich beeilen, denn diesem nächtlichen inoffiziellen Höhepunkt des Sound Of Bronkow Festivals im Thalia können nur 75 Leute beiwohnen. Allen anderen sei ohnehin das 3-Tage-Ticket sowie eine wünschenswerte Fortsetzung im nächsten Jahr ans Herz gelegt.
Thomas Natzschka

The Sound Of Bronkow Festival 3. bis 5. September, Societætstheater, 3-Tage- Ticket: 26 Euro
www.kfrecords.de

 

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