Kat Frankie (Aus/D) Vergrößern

Kat Frankie (Aus/D)

20180304

4. März 2018

20 Uhr (Einlass 19 Uhr)

Dresden, Scheune

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18,80 € inkl. MwSt.

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KAT FRANKIE – BAD BEHAVIOUR

Sie mag es messy, sagt Kat Frankie: unaufgeräumt, wimmelnd, überbordend und reich; und so verschwenderisch vielfältig klingt auch ihre Musik. Keine Frage, Kat Frankie schreibt die kunstvollsten Songs, die man im hiesigen Pop derzeit findet: rhythmisch komplex wie der komplizierteste RnB, mit himmlisch vertrackten Gesangsharmonien wie aus den ältesten Schulen des Doo Wop und Folk. Doch wirkt das alles und das ist vielleicht das Tollste daran niemals überladen oder konstruiert. Denn Kat Frankie singt auch die schönsten und unmittelbar eingängigsten Melodien, die man sich wünschen kann; und sie singt das alles mit einer Stimme, die so klar und zugleich aufregend rätselhaft ist, so beeindruckend reif und zugleich lockend keck, dass sie einem schon nach der ersten Strophe nicht mehr aus dem Kopf gehen wil.

Kat Frankie kommt aus Sydney, aber als Musikerin trat sie erstmals in Berlin in Erscheinung. Seit 2004 lebt sie in der deutschen Hauptstadt und hat hier bislang drei Alben herausgebracht. Zunächst waren sie vom melancholischen Tonfall des introvertierten Songwriter-Pop geprägt, aber ich wollte niemals nur das traurige Mädchen an der Gitarre sein, sagt Kat Frankie heute rückblickend. Das war sie auch nie, nicht zuletzt wegen ihrer zahlreichen Seitenprojekte. So spielte sie die Gitarre in der Begleitband von Olli Schulz, komponierte mit Get Well Soon die Titelmelodie für die Talkshow Schulz und Böhmermann“  und trat 2016 in dem Duo Keøma beim Vorentscheid für den Eurovision Song Contest an. 

Die dunkelbunte Welt der Songwriter-Musik und die helle, manchmal grelle Welt des Mainstream Pop für Kat Frankie schließen sie einander nicht aus, alles, was ich tue, sagt sie, bringt mich weiter; ich will niemals aufhören zu lernen. Bad Behaviourheißt ihr neues Album, das im Februar 2018 erscheint; man kann darauf sämtliche Qualitäten ihrer Musik wiederfinden. Und merkt doch zugleich, wie Kat Frankie erneut einen Schritt weitergegangen ist: So furchtlos und virtuos hat sie die dunklenund die hellenSeiten ihrer Musik noch niemals ineinander verspiegelt; so viele Überraschungen gab es bei ihr noch nie zu hören: Huch, was ist denn das für ein Rhythmus? Wo kommt dieses irre Power Riff her? Und diesen strahlenden kalifornischen Hippie-Chor, der da im Hintergrund jubiliert hat sie den wirklich ganz allein mit einer Loop Station eingesungen?

Hat sie, denn Kat Frankie kann alles, was man können muss, um Hörerinnen und Hörer zu fesseln und sie kann und will noch viel mehr. Zum Beispiel: sich öffnen und sich in ein neues Verhältnis zu ihren Songs setzen. Bad Behaviourist nämlich nicht nur kunstvoll, sondern auch höchst intim: So nah wie in diesen neuen Liedern sind wir der Künstlerin noch nie gekommen; und immer findet sich in ihren Introspektionen auch ein Blick nach außen, auf die Welt im Ganzen; auf jenes Politische, das sich  allein im Privaten zeigt. Bad Behaviourist ein großes, grenzensprengendes Werk.

(Jens Balzer)