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Cybersax | Events / Kino / Kultur | 11.04.2011 | 15:30 Uhr

Kurzfilmfest mit Dreifachquote

Das Filmfest Dresden huldigt vom 12. bis 17. April in seiner 23. Auflage dem vergessenen Fotofarbfilm

Es ist ganz einfach: Anzahl der Wendejahre plus eins – dann hat man die aktuelle Nummer des Dresdner Kurzfilmfestes: So wartet also vom 12. bis 17. April die 23. Auflage des »International Short Film Festival«.

Die wichtigste Neuerung ist schon etwas älter, aber dennoch bemerkenswert: Denn die Organisatoren von der Filminitiative Dresden haben die Frauenquote in Sachen Direktorenposten mit dreihundert Prozent erfüllt. Karolin Kramheller, Katrin Küchler und Alexandra Schmidt (siehe Foto) heißt das neue sechsschultrige Tri(o)umphat, welches sich um Finanzen, Programm, Öffentlichkeit und Marketing kümmert und nun die großen Fußstapfen von Robin Mallick ausfüllt, der vor zwei Jahren dem Ruf des Gothe-Instituts in die Ferne folgte. Die Kinos sind 2011 die bekannten (Schauburg, Ost und Thalia), auch Kleines und Kulturrathaus sind im Boot. 

Die besten Kurzfilme aus aller Welt versprechen die Organisatoren – so sich deren Macher bewarben, was 511 deutsche Drehteams und 1.639 internationale Filmbrigaden taten, und sie von den beiden Auswahlkommissionen (Männerquote: faire 50 Prozent) für die Wettbewerbe auserwählt wurden. Es blieben 50 inter- plus 26 nationale, die sich jeweils im Kurz- und Animationssegment um insgesamt neun Goldene Reiter, die arteigene Dresdner Ausformung des Short-Oscars, bewerben. Um auf insgesamt 2.555 Einsendungen zu kommen, bewarben sich noch 405 Experimental- und Dokumentarfilme, womit sich die neue Rekordzahl errechnen lässt.

Als Festival mit Wettkampfcharakter fungiert das Kurzfilmfest seit 1992, erst 1998 kam der nationale Wettbewerb hinzu. Mit dem Angebot und den Einreichungen der Filme, die nicht älter als zwei Jahre sein und nicht länger als ein halbes Stündchen dauern dürfen, wuchs auch das Preisgeld – mit über 60.000 Euro an Preisgeldsumme ist es nach eigenen Angaben eines der höchstdotierten europäischen Kurzfilmfeste, was vor allem ein Verdienst der sächsischen Kunstministerin ist, die allein 20 Riesen aus dem klammen Freistaatssäckel spendet.

Zu den zehn Wettbewerbsprogrammen kommen etwa 25 eigens zusammengestellte Sonderprogramme mit bis zu 250 Filmen extra, denen ein Großteil der jährlich rund zwölftausend Besucher frönt. Der Programmschwerpunkt liegt hier 2011 auf Fotofilmen, also der Grenzüberschreitung zur statischen Fotografie.

Die Ticketpreise bleiben human: sechs Euro (auch für Eröffnung und Preisverleihung), Kinderprogramme kosten die Hälfte. Wer den Vorverkauf vom 29. März bis 11. April nutzt, spart einen halben Taler, wer das Fünferticket für 24 Euro wählt, ein ganzes Programm. Die Filmfest-Flatrate kostet fuffzig Euronen, hat aber den lebensnotwendigen Katalog (sonst: drei) inklusive. Ansonsten gilt wie immer in Rotteppichnähe: Dabeisein ist alles, aber kurz nicht immer schmerzlos.
Andreas Herrmann

23. Filmfest Dresden 12. bis 17. April
www.filmfest-dresden.de

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