Akustisch in hohem Maße gelungen

Nach den ersten Soundproben der Philharmonie im Kulturpalast

Zu später Stunde hatte die Philharmonie zu einem Pressegespräch über die Akustik im neuen Kulturpalast geladen. Gerade erst waren die Gesprächspartner vorn auf dem Podium mit den ersten Orchesterproben im neuen Saal fertig geworden und noch voll der Eindrücke und Emotionen.

Chefdirigent Michael Sanderling nahm als erster das Wort und beschrieb den neuen Raum als Architektur, die gefangen nimmt und trotz der Größe auch intim wirkt. Des Lobes voll war er – wie im folgenden alle Redner – über die „in hohem Maße“ gelungene Akustik. Nur wenige Probenstunden waren dem Orchester bisher in der Noch-Baustelle vergönnt gewesen, man habe verschiedene Orchesteraufstellungen ausprobiert und akustisch geprüft, quer durch das Repertoire von Klassik über Romantik bis zu heftigeren und schrägen Klängen.

Doch das Ergebnis zaubert Musikern wie Orchesterleitung und Architekten ein Lächeln ins Gesicht. Sanderling verspricht denn auch dem Publikum nach der langen Interimskonzertzeit nicht nur die Heimkehr in den angestammten Kulturpalast, sondern auch ein Ankommen in einer neuen (Klang-)Qualität. Konzertmeister Wolfgang Hentrich äußerte dazu Gefühle der Freude und Dankbarkeit über den neuen Konzertraum, der den Vergleich mit anderen, international renommierten Sälen nun nicht mehr zu scheuen braucht und auch den Musikern auf dem Podest ganz neue Klangerlebnisse ihrer Musik ermöglicht. Und er bringt sie auch optisch näher heran an ihr Publikum, hört man doch, dass kein Platz weiter als 33 bis 34 Meter vom Bühnenpodest entfernt gelegen ist.

Christian Hellmund von gmp. Architekten Gerkan, Marg und Partner erinnerte sich an den Auftrag vor acht Jahren, mit einer neuen Saalform in der alten Kubatur unbedingt den typisch warmen Dresdner Orchesterklang zu ermöglichen, eine Aufgabe, an der die Architekten zusammen mit den Akustikern bis zum letzten Tag knobeln. Margriet Lautenbach vom holländischen Akustikbüro Peutz kann jedoch schon jetzt in das positive Resümee einstimmen. Der hohe Einsatz von Musikern, Architekten und Akustikern hat über die Jahre und im steten Austausch miteinander ein warmes und gleichsam transparentes Klangkonzept hervorgebracht, „…wir haben ein großes Nachhallreservoir geschaffen, das den Klang lange im Raum zu halten vermag, man fühlt sich mittendrin in Raum und Musik.“

Und auch wenn ein Klangerlebnis immer ein individueller Eindruck bleiben wird – die letzten Akustikmessungen bestätigen das Erreichen aller Zielwerte und lassen die Spannung auf die Eröffnung steigen. Denn vor dem 28. April wird das kein Zuhörer selbst überprüfen können. Die Philharmonie hofft, ab dem 25. April auf einige ungestörte intensive Proben ohne Baulärm, die akustische Dämmmasse Mensch wird dabei durch Decken über der Bestuhlung imitiert. Dem Orchester seien diese intimen Probestunden in ihrem neuen Domizil gegönnt, die Dresdner Musikliebhaber sollten sich jedoch spätestens jetzt um Konzerttickets bemühen.
Isolde Matkey

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