Aus dem Herbstschlaf swingen

Die Jazztage Dresden vom 1. bis 29. November

Klaus Doldinger

Das Programm für die Jazztage Dresden, die in diesem Jahr vom 1. bis 29. November mit täglich mehreren Konzerten stattfinden, kann auf der Webseite der Jazztage unter www.jazztage-dresden.de eingesehen werden. Frühzeitige Reservierung ist empfehlenswert, weil sich wieder viele Hochkaräter unter den Musikern befinden, deren Konzerte schnell ausverkauft sein dürften.

Schon ein Dauergast bei den Jazztagen ist die Legende Klaus Doldinger, der mit seiner Gruppe Passport am Samstag, 10. November in der Ballsportarena auftreten wird. Seine Filmmusiken sind jedem bekannt. Für „Das Boot“ wurde er ausgezeichnet. Aber jeden Sonntag abend kommt er auch mit seiner Tatort-Melodie in die Wohnzimmer. Daß er auch immer wieder neue Anregungen aufnimmt, zeigte er beim Abschlußkonzert im letzten Jahr, als er mit einer Breakdance-Truppe zusammen auftrat. Erfahrungsgemäß sind die Karten für seine Konzerte schnell vergriffen. Es heißt also: flugs zugreifen!

Gleiches dürfte auch in diesem Jahr für das Abschlußkonzert am 29. November im Kulturpalast gelten. Die Klazz Brothers & Cuba Percussion werden wieder ein Feuerwerk abbrennen. Der Autor fand in einem Plattenladen in New York einen extra Tisch nur mit CDs dieser Gruppe, umlagert von Kaufinteressenten. In Istanbul haben sie vor vollem Saal ein umjubeltes Konzert gegeben. Echo Jazz-Preisträger sind sie ohnehin. In einem Programmheft eines Berliner Konzertveranstalters wurde ihr Konzert damit beworben, daß sie in den vergangenen Jahren in Berlin immer für volles Haus und jubelndes Publikum gesorgt haben. Warum sollte das in ihrer Heimat Dresden anders sein.

Am 7. November tritt die Harfenistin Evelyn Huber mit ihrer Band im Pianosalon im Cosel-Palais auf. Huber ist Trägerin des Bayrischen Kulturpreises und zweifache Echo Preisträgerin. Bekannt wurde sie nicht nur als Solo-Musikerin, sondern auch als Teil von Quadro Nuevo, die ebenfalls bei den Jazztagen auftreten, nämlich am 19. November. Huber bewegt sich zwischen Jazz, Tango und Klezmer. Sie erschließt neue Klangwelten und verbindet sie mit Vertrautem. Auch ihr Konzert ist sicherlich ein Highlight des diesjährigen Jazztage-Programms.

Am 21. November tritt der Weltstar Monty Alexander in der Staatsoperette auf. Dieser Pianist wurde von keinem Geringeren als dem großen Oscar Peterson gefördert. Er spielte in Milt Jacksons legendärer Truppe und erhielt 2012 die German Jazz Trophy. Die Liste seiner preisgekrönten Plattenveröffentlichungen ist lang. Als Jamaikaner hat er sich auch ein bißchen die Einflüsse seiner Heimat bewahrt und fusioniert Jazz mit Calypso und Rhythm & Blues. Ihn muß man gehört haben.  

Mit Weltstars geizt das inzwischen größte Jazz Festival Deutschlands nicht: Jan Garbarek mit Trilok Gurtu, Al die Meola, Rebekka Bakken, Candy Dulfer, Billy Cobham, James Carter, Maceo Parker oder Gregory Porter: Ein Who-is-who der Jazz-Szene stellt sich ein und wird Elbflorenz aus dem Herbstschlaf swingen.
Ra.

Jazztage Dresden 1. bis 29. November, www.jazztage-dresden.de