Die Zeichen stehen auf Jazz

Die Jazztage Dresden warten erneut mit großem Programm auf

Chick Corea

Gefühlt wird das Programm der Jazztage Dresden von Jahr zu Jahr größer und umfassender. Ein guter Grund, um auch mal kurz zurückzuschauen: Die Idee der anfangs noch Unkersdorfer Jazztage genannten Veranstaltung wurde im Jahre 2000 anlässlich eines Konzertes der Klazz Brothers zum 650-jährigen Ortsjubiläum von Unkersdorf geboren. Aufgrund der positiven Resonanz aller Beteiligten entstand das Bestreben, ein Jazzfestival auf die Beine zu stellen. Dieses wuchs dann über die Jahre konstant an und zog schließlich 2006 nach Dresden um. Der Anspruch ist jedoch bis heute der gleiche geblieben, wie die Macher betonen: »Die Jazztage Dresden verstehen sich als internationales Festival, das sich erstklassigem Jazz in seiner gesamten Vielfalt und Bandbreite verschrieben hat.«

Diese Bandbreite ließ sich in diesem Jahr allein schon dadurch verbreitern, dass der Kulturpalast wiedereröffnet hat und sogleich in das Festivalprogramm integriert wurde. Hervorgehoben seien die dortigen Konzerte von The Chick Corea & Steve Gadd Band am 3. November sowie das Gastspiel des nunmehr regelmäßig bei den Jazztagen Dresden gastierenden Estas Tonné am 9. November.

Aber auch abseits vom Kulturpalast nehmen die Jazztage in der Zeit vom 2. bis zum 26. November abermals das gesamte Stadtgebiet Dresdens sowie das Umland unter den Vorzeichen des Jazz und seiner Spielarten in Beschlag. Die Kooperationen mit ansässigen Adressen wie dem Jazzclub Tonne oder dem Societaetstheater sowie die erstmalige Zusammenarbeit mit der Konzertreihe Musik zwischen den Welten sorgen neben den eigenen Veranstaltungen der Jazztage Dresden für das breite Spektrum, für das das Festival mittlerweile weit über Dresdens Grenzen hinaus geschätzt wird. Musikalisch reicht das Spektrum von Modern Jazz, Mainstream, Swing, Latin, Funk und Soul, Fusion und populärem Jazz sowie Ausflügen bis hin zu Rock, Pop, House, Balkan-Folk und Klassik.

Bestandteil der 2017er Jazztage Dresden ist außerdem die 4. Blues Nacht, die am 17. November im Erlwein Capitol stattfinden und Künstler wie Big Daddy Wilson, Nina Attal oder auch Cesare Nolli zu Gast haben wird. Außerdem beziehungsweise unter anderem zu hören sind Musiker wie Chris Barber, der im Rahmen seiner Abschiedstour sogar zweimal gastiert, das Christine Claas Trio, Tom Gaebel & His Orchestra oder Fanfare Ciocarlia aus den Karpaten, die gewitzt und filigran, schnell, irrwitzig und schräg jedes Blasorchester in den Schatten stellen.

Fazit vorab: Es ist den Machern der Jazztage Dresden erneut gelungen, ein Programm zu kreieren, das regional, national und international ausgerichtet ist, regionale Kooperationen pflegt und den eigenen Anspruch von Qualität und Facettenreichtum mühelos erfüllt.   
Thomas Natzschka

Jazztage Dresden 2. bis 26. November, www.jazztage-dresden.de