Entdecken lohnt sich

Das Umsonst & Draußen Festival geht vom 13. bis 15. Juli in die zehnte Runde

Shirley Holmes

Einen herzlichen Glückwunsch an den Verein artderkultur. Dafür, dass er Mitte Juli die nunmehr zehnte Ausgabe des sächsischen Umsonst & Draußen Festivals stemmt. Und sächsisch ist in diesem Fall auch nicht zu hoch gegriffen, denn die Dresdner Edition des u&d ist tatsächlich die einzige im ganzen Bundesland. 2008 als Flanschrockfestival aus der Taufe gehoben, ist die Mission nach einer Dekade nach wie vor die gleiche: freier Eintritt und kein Dach überm Kopf.

Die Idee dahinter ist aber schon eine ganze Latte älter, denn bereits in den 1970er Jahren wurde die Formulierung »Umsonst und draußen« geläufig. Im Zuge zunehmender Kommerzialisierung von Musik steht dahinter der Versuch, Musik abseits finanzieller Interessen frei zugänglich und konzertante Aufführungsformate wieder gestaltbarer zu machen. Vor diesem Hintergrund ist der Umsonst & Draußen-Anspruch aktueller denn je. Und der Erfolg gibt dem Format recht, denn Spitzenbesucherzahlen konnte beispielsweise das polnische Umsonst & Draußen Festival »Haltstelle Woodstock« mit 700.000 Gästen im Jahr 2011 verbuchen. Aber auch in Deutschland passiert ohne Eintritt unter freiem Himmel einiges. So haben erst im Juni fast 300.000 Besucher der 30. Auflage des Umsonst & Draußen in Würzburg gelauscht.

Und nun geht Dresden zum zehnten Mal an den Start, und nachdem die Organisatoren in den letzten beiden Jahren auf das Areal unterhalb der Garnisonskirche verzichten mussten, findet das Festival zum Jubiläum und zur Freude der Veranstalter und Gäste wieder auf der Fläche an der Stauffenbergallee statt.

Und das alles mit einem Line-up, das locker als regional bis international, aber vor allem als äußerst vielseitig bezeichnet werden darf. So gibt es am Freitag natürlich wieder die gründenden Flanschies, aber auch Kaltfront, Elektrik Farm oder Narcolaptic. Der Sonnabend beginnt bereits 15 Uhr und hält unter anderem Johnny Campbell, The Smokin’ 44s, John Matrix, Shirley Holmes oder auch Tim Loud bereit.
Viel Erfolg daher weiterhin! Und für alle anderen gilt: Entdecken lohnt sich! Auch schon am ersten Tag, wenn wieder Film und Kleinkunst die Festtage in Dresden eröffnen.
Thomas Natzschka

10. Umsonst & Draußen
13. bis 15. Juli, Open Air an der Garnisonskirche
www.artderkultur.de