Nummer Vier

Die Humorzone 2018 vom 7. bis 11. März

Michael Krebs, Olaf Schubert und Johnny Armstrong (v.l.n.r.) vor der dem ostpol, einer der neuen Spieltätten der humorzone. Foto: Amac Garbe

Wenn im Februar Berlin seinen Goldenen Bären hat, dann hat Dresden im Folgemonat den Goldenen Olaf. So darf man das güldene Logo-Reiterchen durchaus interpretieren, denn schließlich ist der Schirmher des Comedyfestivals Humorzone niemand Geringeres als Olaf Schubert.

Vom 7. bis zum 11. März gibt es nun bereits – man glaubt es kaum – die vierte Ausgabe. Die erfolgreiche Grundstruktur haben die Organisatoren natürlich beibehalten, aber trotzdem noch etwas draufgesetzt. Inzwischen sind es über 100 Lachverantwortliche, die auf nunmehr 13 Bühnen zugange sind – ein wahres Monster von Programm.

Was über die Jahre zu beobachten ist: Die Organisatoren glauben an die Künstler, die sie einladen, sie entwicklen sie sogar. So ist es gut zu beobachten, wie so mancher, der im Thalia begann, inzwischen große Säle bespielt – die Humorzone als Karrierepusher sozusagen. Und: Zu sehen sind Programme, die weltoffen, progressiv und manchmal gar experimentell sind – keine Spur von »besorgten« Dumpfbacken, die es ja längst auch in der Comedyszene gibt.

Zwischen all den Soloprogrammen sind es auch wieder die Mix-Shows, die wichtige Anker im Programm sind – vom Warm-Up (wieder von Knacki Deuser moderiert), der Zotenzone und der Freakshow in der Schauburg über den Newcomer-Wettbewerb in der Keule bis zum funny Slam oder der Migrantenshow in der Scheune.

Natürlich kommen wieder gute Bekannte mit neuen Programmen in die Stadt, so etwa Matthias Egersdörfer, Jochen Malmsheimer, FIL, Wladimir Kaminer, Der Tod, Bembers oder Die Feisten. Und es gibt neue, weniger bekannte Namen wie etwa Frank Fischer, Michael Specht, Tobi Katze oder Sebastian Krämer.
Zudem schlägt die Humorzone diesmal auch ganz andere Töne an, etwa mit den Gastspielen von Gardi Hutter (7. März) und Leo Bassi (10. März). Denn beide kann man eher zum Clownesken, denn zur Comedy zählen, doch in ihrem Fach gehören sowohl Hutter als auch Bassi zu wahren Größen Europas. Und mit Basta gibt es auch einen A-capella-Musik-act.

Eine weitere Neuerung sind das Projekttheater und der Ostpol als Spielstätten. Letzrerer ersetzt dabei das Thalia als Ort für Newcomer, Poe-try sowie Experimente – und wird natürlich bestuhlt sein. So geben sich hier Benni Stark, Sarah Bosetti, Don Clarke, Christine Henkel oder Matthias Jung die Klinke in die Hand – die Show von Tahnee ist sogar schon ausverkauft. Und noch etwas wird im Ostpol ausprobiert: der Spaß der einfachsten, aber nicht immer einfachen Kategegorie kommt hier am 10. März ab Mitternacht zum Zuge – in der neuen »Flachwitzzone«. Und das Beste daran: Hier darf das Publikum ans Mikrofon. In meheren Runden treten Witzeerzähler gegeneinander an, die dann, wie beim Poetry Slam, vom Publikum per Applaus bewertet werden. Dem Sieger oder der Siegerin winkt am Ende die »Goldene Flachzange« (Anmledung per Mail an kontakt@agentour.org). Durch die Show führt JB Nutsch, für Klänge sorgt Andreas Krug und eine Trashdisco mit DJ Flips Assmussen gibt es auch noch. Spaß bis in die Morgenstunden sozusagen.

Den Abschluss bildet wieder die Gala, und es beibt zu wünschen, dass es diesmal mit dem Überraschungsgast besser klappt als im Vorjahr, als Helge Schneider nach Zusage dann doch irgendwie keinen Bock hatte. Aber was soll’s – auch in Krisenzeiten ist Humor, wenn man trotzdem ...
JH

Humorzone
2018 7. bis 11. März, 
www.humorzone.de