Orpheus in der Unterhose

Die Serkowitzer Volksoper kreuzt Offenbach und Gluck

Foto: Robert Jentzsch

Die erste Dresdner Sommerproduktion der Serkowitzer Volksoper war 2011 zu erleben. Inzwischen ist die professionelle Opern-Truppe um Wolf-Dieter Gööck (Regie) und Milko Kersten (musikalische Leitung) längst kein Geheimtipp mehr. Jedes Jahr lockt sie mit einer neuen Inszenierung ein treues Stammpublikum, aber auch Neugierige und Touristen zum musikalischen Open-air-Vergnügen in die Saloppe. Welcher Kraftakt an Kreativität, Organisation und Finanzierung dahinter steckt, lassen die unkonventionellen Musiktheaterstücke vergessen. Alles kommt leicht und frech herüber, ohne auf musikalische und gesangliche Raffinessen zu verzichten. Das Geheimnis des Erfolges ist wohl die große Lust und künstlerische Freiheit, mit der sich alle Beteiligten der alljährlichen Unternehmung widmen.

Inhaltlich zeigen sich die Inszenierungen mit kleiner Orchesterbegleitung dabei durchaus mit Tiefgang, ein Grundthema ist immer präsent: die Fremdbestimmtheit, die Menschen zum Spielball höherer Interessen macht. Diesmal verwirren sich dafür in einer Fusion aus Werken von Jacques Offenbach und Christoph Willibald Gluck die Wege des antiken Sängers Orpheus und die noch im Geist des Barock durchkomponierten Gefühle des »reinen Paars« Orpheus und Eurydike im nächsten Moment mit der in der Musik des 19. Jahrhunderts gezeichneten Götterwelt zum Tanz auf dem Vulkan …

Verraten sei noch, dass die Sänger die Welt der kleinen Menschlein als Marionetten vorführen, überlagert von den Großen, die glauben, gottgleich den Ton angeben zu können. »Orpheus in der Unterhose« ist ab dem 24. August insgesamt fünfmal zu erleben. Auch bei Regen fällt die Aufführung in der Saloppe übrigens nicht aus. Ein alter Zirkuswagen ist zur Bühne umgebaut. Davor sitzen die Zuschauer stets regensicher überdacht und dennoch an der frischen Luft.
Isma

Orpheus in der Unterhose
 Eine Crossoper nach Gluck und Offenbach, Musikalische Leitung: Milko Kersten, 
Regie: Wolf-Dieter Gööck
24., 27., 31. August, 3., 7., 10. September in der Saloppe.

www.serkowitzer-volksoper.de