Punk ist nicht tot, Hair Metal erst recht nicht!

The Casualties und Sintage waren im Puschkin

The Casualties, Foto: Pinselbube

Schön, dass Dresden nun auch wieder musikalische Gäste aus Übersee begrüßen kann. Die New Yorker The Casualties, Urgesteine des Streetpunk aus den 90er-Jahren, bestehen mittlerweile zwar aus gänzlich neuen Mitgliedern, haben aber das Publikum innerhalb weniger Minuten in verschwitztes Pogen und Tanzen versetzen können. Best of Hits geht immer, ordentlich mitgröhlen und singen auch. Und für einen Dienstagabend war das Puschkin reichlich gefüllt.

Als Vorband hatten Sintage aus Leipozig und Dresden das musikalische Erlebnis gut vorbereitet – Metal Rock nach Art der 80er-Jahre hat auch die erwachsene Punkgemeinde zum wohlwollenden Kopfschütteln animieren können. Die drei Herren an Schlagzeug, Bass und Gitarre haben sich um Sänger Randolf geschart, um die Musik zu machen, die sie selbst schon immer geil fanden. Da war es gut, schon so auszusehen wie aus einem „Master of Puppets“-Livemitschnitt. So hatte man sich einst (am Tresen) gefunden: „Ey, du siehst aus wie jemand, der auf alten Metal steht und Gitarre spielt, hast du Bock in meiner neuen Band mitzumachen?!“ Und so ist auf der Bühne jede Menge Energie und Leidenschaft zu spüren. Ein erstes Album wurde jüngst veröffentlicht: „The Sign“. Und das wurde auch komplett vorgetragen, bis ans Limit der Stimme und der Schweißaufnahme der Jeansweste.

Während die Amerikaner nun durch Europa touren, kann man Sintage sicher ab und zu wieder in Dresden beziehungsweise Sachsen erleben. Ein Lob dazu auch an die Tontechnik, die sehr gute Arbeit geleistet hat –  was aktuell nicht mehr überall Standard ist. Fast pünktlich 21 Uhr war Beginn und 23.05 Uhr Ende – der Punkrock macht eben keine Überstunden mehr. Aber morgen war/ist ja auch für das Publikum noch ein bisschen Arbeitswoche übrig.

Dresden Rock City: Es wird wieder Zeit für mehr Gitarrenmusik!
Pinselbube

The Casualties und Sintage 3. Mai 2022, Puschkin, mehr Fotos