Theater

Auswirkungen des Patriarchats

»I Shot A Pop Star« im Kleinen Haus thematisiert das Leben von Warhol-Attentäterin Valerie Solanas

Vermutlich können sich viele Menschen beiderlei Geschlechts heute, und vor allem in Ostdeutschland, kaum vorstellen, mit welchen Problemen Frauen in der so genannten freien, westlichen Welt noch in den 60er Jahren zu kämpfen hatten. Die Überlegenheit der Männer galt als gottgegeben  - war aberWeiterlesen

Maskenball mit rauchendem Fischkopf - Liebesdrama oder Politthriller?

Große Oper zum Saisonauftakt: Verdis »Un ballo in maschera« an der Semperoper

Nach seinem gefeierten »Falstaff« eröffnet Chefdirigent Daniele Gatti einmal mehr die Spielzeit der Sächsischen Staatsoper mit einer großen Verdi-Oper. »Un ballo in maschera« (»Ein Maskenball«) ist musikalisch feinste Kost, und das nicht nur für Freunde der italienischen Oper. Sie ist auch einWeiterlesen

Eine Frau tanzt ihren Weg

Der Tanzabend „Ich, Eurydike“ an der Staatsoperette Dresden

Mit vollem Besteck eröffnete die Staatsoperette ihren diesjährige Premierenreigen. Angekündigt als Abend des so vielseitigen hauseigenen Balletts, kamen für „Ich, Eurydike“ auch Orchester, Chor und eine Gesangssolistin zum Einsatz. Vorab könnte man vermuten, dass Titel und Thema des Abends eineWeiterlesen

Komm ins Wunderland

Die Performance "Alice" im House of Colors

Zufall oder Dresdner Zeitgeist? Im Stadtteil Johannstadt sind fast zeitgleich zwei große Graffiti-Projekte entstanden. Während sich Dynamo Dresden mit einem riesigen, emotional aufgeladenen Bild in vorwiegend Schwarzgelb an einer neunstöckigen Hausfront an der Pöppelmannstraße 5 feiert, gestaltetenWeiterlesen

EINE FÜR ALLE – ALLE FÜR EINE

Wie Theater die Atmosphäre vor Ort verändern kann – die neue Spielzeit der Landesbühnen Sachsen

Zur Pressekonferenz der Landesbühnen Sachsen für ihre Spielzeit 2026/27 stand ein Thema gleich zu Beginn im Raum: Wie ist nach der Sturmkatastrophe vom Sommer die Situation auf der Felsenbühne Rathen und kann 2027 wieder eine normale Festspielsaison stattfinden? Intendant Manuel Schöbel konnteWeiterlesen

Von naiv bis dumm-dreist

Die antiken Götter Griechenlands kommen im aktuellen Sommertheater im Bärenzwinger nicht gut weg

Diese griechische Sagenwelt ist ja ein ziemlich – nun, sagen wir: komplexes – Universum. Wer erinnert sich nicht an Schulstunden, in denen es um Homers Epen ging, und man immer mal wieder dachte: Das ist ja witzig / spannend / interessant. Dann aber war da stets ein Lehrender, der das GanzeWeiterlesen

Letzte Ausfahrt: Revolution

»Der tollste Tag« von Peter Turrini als Sommertheater des Staatsschauspiels im Japanischen Palais

Peter Turrini, der österreichische Schriftsteller mit italienischen Wurzeln, der vermutlich schon qua Geburt Erfahrungen machen konnte, wie es den Ausgegrenzten, den Randständigen, den Armen und Schwachen, den nicht mit Macht ausgestatteten Menschen geht, ärgert schon seit den späten 60er-Jahren mitWeiterlesen

30 Jahre ohne Worte

Bodecker & Neander auf der Societätstheater-Gartenbühne

Seit drei Jahrzehnten beweisen Wolfram von Bodecker und Alexander Neander, dass große Geschichten keine Worte brauchen. Mit ihrem Jubiläumsprogramm »30 Jahre ohne Worte – Best of« präsentieren die beiden international gefeierten Pantomimen vom 25. bis 30. August im Garten des Societätstheaters dieWeiterlesen

Serkowitzer Wurstoper mit viel Senf

In der Saloppe am Elbhang geht es in diesem Jahr um die Mozartwurst

Was haben Mozarts Singspiel »Die Entführung aus dem Serail« und eine Wurstbude gemein? Die Serkowitzer Volksoper kennt keine Unvereinbarkeitsbeschlüsse wie die CDU gegenüber Linken und der AfD. In gewohnter Unverfrorenheit verschraubt sie also die vom genialen Salzburger Wunderkind komponierteWeiterlesen

Ganz Ich!

Probenbesuch mit Gegenwart vor der Premiere von »As One« in Semper Zwei

Romy Jähnel sitzt in einer Durchlaufprobe in Semper Zwei, der kleinen Spielstätte der Semperoper. Nicht, weil sie Oper so sehr mag oder zum Mitarbeiter*innen-Stab des Hauses gehört. Sie ist hier, weil auf der Bühne ein Lebensschicksal ähnlich dem ihren verhandelt wird: Die neue Produktion »As One«Weiterlesen

Here is There

Neue Werke von Ioannis Mandafounis und Thomas Bradley mit der Dresden Frankfurt Dance Company in Hellerau - mit Ticket-Aktion

Im Doppelabend „Here Is There“ gibt Ioannis Mandafounis, Künstlerischer Direktor der Dresden Frankfurt Dance Company, erstmals einem Ensemblemitglied als Choreograf eine eigene Bühne. Thomas Bradley gehört seit 2023 zur DFDC. Für sein neues Werk verbindet er sein choreografisches System mit seinemWeiterlesen

In Teilen

"Parts and Pieces" des Semperoper Balletts im Kleinen Haus

Mit "Parts and Pieces" gab es im Kleinen Haus die erste eigene abendfüllende Kreation des seit der Saison 2024/25 erfolgreich als Ballettdirektor des Semperoper Ballett wirkenden, schweizerisch-kanadischen Choreografen und Designers Kinsun Chan zu erleben. Auf der Bühne in der Glacisstraße zeigteWeiterlesen

Im Reich des Königs Fritze

»Feierabend Forever« überzeugt nicht wirklich

Die Bürgerbühne des Staatsschauspiels ist zweifelsohne eine unbedingt lobenswerte Einrichtung. Seit 17 Jahren bereits bringt sie die unterschiedlichsten Menschen, Ansätze, Ideen und Erfahrungen zusammen. Und zeitigt im Ergebnis immer mal wieder Inszenierungen, die sich sehen lassen können. So warenWeiterlesen

Die Perspektive wechseln ...

„hildensaga. ein königinnendrama“ am tjg-Puppentheater für Menschen ab 16

Der Mensch … ist nur da ganz Mensch, wo er spielt“, sagt Schiller „über die ästhetische Erziehung des Menschen“. Verknüpft mit dem Skakespeare-Wort „Die ganze Welt ist Bühne“ sind wir genau an dem Ort, wo solches stattfindet: auf der kleinen Bühne des tjg.

Die ist zunächst leer, bis ein einäugigerWeiterlesen

Nora hofft. Nora versteht. Nora geht.

»Nora« von Henrik Ibsen am Staatsschauspiel Dresden

Was für eine mitreißende Inszenierung! Sie beginnt damit, dass ein älterer Herr, ganz offensichtlich aus dem vorletzten Jahrhundert, vor den Vorhang tritt und ein paar Thesen zum Thema Ehe zur Diskussion stellt, was schließlich in der Forderung August Bebels mündet, dass es eine neue GesellschaftWeiterlesen

Leistungsschau, aber kein Leistungsvergleich

Sächsische Theater treffen sich sechs Tage lang an der Neiße

Bundesländer mit einer Theaterdichte vom Format Sachsens leisten sich „nationale“ Theatertreffen. Sachsen aller zwei Jahre seit 2000 schon zum 13. Mal, und nach 14 Jahren ist das Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau erneut Gastgeber. Das Festival beginnt am Dienstagabend 21. April und endetWeiterlesen

»Parsifal« mit Engelsflügeln

Richard Wagners letztes Stück Musiktheater endlich wieder an der Semperoper

»Parsifal« in Dresden, große Wagner-Oper also an der einstigen Wirkungsstätte des Dichter-Komponisten, noch dazu mit dessen heutigem Nachfolger am Pult der Staatskapelle - das klingt nach ganz großem Bahnhof. Dieser erste »Parsifal« seit Theo Adams vor mehr als 15 Jahren abgespielte Fassung wurdeWeiterlesen

Körper als Projektionsfläche

»Ahnfrauen« von den Rabtaldirndln eröffnete das frau* macht theater-Festival

Das dritte frau* macht theater-Festival des Societaetstheaters hat sich den Körper der Frau als Hauptthema gewählt, und so passt es ganz wunderbar, dass das Eröffnungsstück von einer übergroßen Stofffrauenfigur auf der Bühne dominiert wird, die zunächst nur schiere Körperlichkeit vermittelt, imWeiterlesen

Glaubensvolles Sterben

Historie an der Semperoper, bedrückend aktuell: Die »Dialoge der Karmelitinnen« von Francis Poulenc

Wenn nach dem letzten Ton geschwiegen wird, ist das ein gutes Zeichen im Musiktheater. Die Menschen sind berührt, vom Bühnengeschehen ergriffen und lassen das Kunsterlebnis erst einmal nachklingen. Diesem Schweigemoment ist nach der Premiere von Francis Poulenc’ Meisterwerk »Dialogues desWeiterlesen

Zumindest das Theater kann die Welt noch retten

Volker Lösch führt in Dresden den einfältigen „Candide“ Voltaires als Anwalt der Apokalypsebewussten vor

Die treffende Kurzkritik zur Inszenierung lässt Goethe schon einen gewissen Torquato Tasso formulieren: „So fühlt man Absicht, und man ist verstimmt!“ Die 68 Seiten Text von Soeren Voima hatten hingegen die Erwartungen eher hochgeschraubt. Der lässt den einfältigen „Helden“ Candide aus derWeiterlesen

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