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Die WerkSchau - Made in Sachsen

Foto: Andreas Herrmann

Noch bis mindestens 2. Mai läuft in Chemnitz die WerkSchau - Made in Sachsen. Was im weiter verlängerten Lockdown wie eine Rettungsmaßnahme der in den letzten Monaten in vielen Bereichen extrem gebeutelten Kreativwirtschaft wirkt, war im Rahmen des Förderprogramms Interreg Central Europe schon lange vorausgeplant und findet tatsächlich auch schon zum zweiten Mal statt. Dieser Jahrgang nun vereint unter besonderen Bedingungen „außergewöhnliche Produkte, Kunstwerke und Ideen“ aus Sachsen und versammelt in einem lichten, langgezogenen Ausstellungsraum im Zentrum von Chemnitz mehr als 500 Objekte von etwa 150 Kreativen der Branche. Die Ausstellung versucht dabei, alle der in Sachsen noch gar nicht lange unter dem Dachverband Kreatives Sachsen vereinten 12 Bereiche abzubilden.

Da finden sich die Designer:innen mit Buchillustrationen oder Webdesign, mit eigenen Produkten wie Möbeln, Mode oder Alltagsgegenständen oder kreativen Erfindungen für den öffentlichen Raum. Aber auch viele Kunsthandwerker:innen, die Schmuck oder Keramik produzieren, sind mit dekorativen Objekten zu sehen. Stark vertreten natürlich die „klassische“ bildende Kunst mit Gemälden, Plastiken und Installationen. Aber auch die sächsische Musik- und Filmbranche, Vertreter der darstellenden Künste, die Spielzeugindustrie wie auch Verlage sind zu finden und beweisen, wie es um die Kreativbranche in Sachsen derzeit bestellt ist. Die durch eine Jury ausgewählten Produkte kommen dabei sowohl aus den ländlichen Regionen, wie aus den bekannten industriellen Zentren. 
Die Ausstallung wirkt in dieser Fülle und der lockeren, dekorativen Darstellung wie eine bunte Messe und hätte in besseren Zeiten sicher auch die Funktion, den einen oder anderen Besucher zu einem spontanen Kauf oder zur direkten Kontaktaufnahme mit den Anbietern zu verleiten. Doch die Ausstellung war leider zu Beginn am 26. März für Besucher:innen nicht zugänglich. Dafür bemühten sich die Veranstalter:innen der WerkSchau jedoch, den Neugierigen vor der großen Fensterfront durch regelmäßig wechselnde Dekorationen möglichst viele Ausstellungsobjekte ins Licht und Sichtfeld zu rücken.

Umso wichtiger ist für die Aussteller:innen die gegenseitige Vernetzung und die Ausstrahlung in den Medien durch verschiedene Informationsformate wie Diskussionen, Vorträge oder Konzerte, die über die Internetpräsenz der WerkSchau stattfinden. Natürlich können längst nicht alle der insgesamt etwa 10.000 Unternehmen der Kreativwirtschaft in Sachsen dargestellt werden, doch die Aufmerksamkeit in der Politik wie in der Gesellschaft für die Sorgen und vor allem das Potential verstärkt eine solche Ausstellung auf jeden Fall. Und deshalb soll sie biennal auch weitergeführt werden. Und noch eine gute Nachricht: Derzeit ist es möglich, mit vorab online gebuchten Zeittickets und Vorlage eines tagesaktuellen negativen Schnell- oder Selbsttest-Ergebnisses, die Ausstellung zu besuchen. Aus Dresden sind übrigens unter anderem vertreten Studio Horizont & Sphäre, Bottlecrop oder Matabooks mit besonders nachhaltigen Ideen, bei Selfdelve sind zumindestens die Dildos Gemüse nachempfunden und Von Ocker und Rot wie Windelmanufaktur kümmern sich stilvoll um menschliche Ausscheidungen. Unter den Maler:innen sind Anne Rosinski, Heike Berl, Susanne Hampe oder Gerd Küchler zu finden und in der Rubrik Interieur Lichtobjekte von Dreizehngrad oder Porzellan von Elementaris. Die Reise von Dresden nach Chemnitz lohnt also mehrfach.

IsMa

WerkSchau – Made in Sachsen
Ausstellung des Landesverbandes der Kultur und Kreativwirtschaft Sachsen e.V. in Chemnitz, bis 2. Mai 2021
www.kreatives-sachsen.de/werkschau-2021