Akustisch, hautnah, handgemacht

Acoustics am 8. August open air an der GrooveStation

August August

Musik in akustischer Darbietung, ohne Effekthascherei, ist direkter, unmittelbarer. Acoustics macht die leisen Töne zum Konzept und baut gleich ein ganzes Format daraus: drei verschiedene Künstler:innen oder Bands spielen je 30 Minuten. Zur besten Vorabendzeit wird das Liedermachertum in all seinen Facetten bei entspannter Open-Air-Atmosphäre akustisch zelebriert. Das Acoustics-Programm wird dabei weit offener kuratiert, als es der Name vermuten lässt. Von klassischen Indie-, Folk- und Songwriter-Acts über Musiker:innen aus Deutsch-Rap und Rock-Pop hin zu Fusion-Jazz-Kombos ist die Mischung bunt. Vielseitigkeit in akustischem Gewand, Nachwuchsförderung als zentraler Gedanke.

In den über zehn Jahren seines Bestehens waren immer wieder Acts vor ihrem großen Durchbruch Teil des Acoustics-Sommers. Alice Merton, Provinz, KLAN und Lilly Among Clouds sind teils national, teils sogar international erfolgreiche Künstler:innen. Die Acoustics finden in diesem Jahr wieder open air statt, Ort des Geschehens ist aber der GrooveGarden an der GrooveStation. Dabei sind am 8. August ab 18 Uhr August August, Rhodes, Kids Of Adelaide,

August August
Das Duo August August, bestehend aus der Hamburger Schauspielerin Kathrin Ost und dem Berliner Gitarristen David Hirst, macht Indie, mit dem Stich in das Besondere und Songs, die uns Geschichten aus immer wieder neuen Perspektiven und Lebenswirklichkeiten erzählen. Dabei zeigt Kathrin in ihren Texten ein feines Gespür für das Aufdecken und Ausloten der Widersprüche und Gegensätze in uns und um uns herum. Der Ton ist mal humorvoll-ironisch, mal zum Haareraufen kritisch, dabei jedoch immer verpackt in Melodien, die etwas Unausweichliches haben. Auf der Bühne hängt sich Kathrin selbst den E-Bass um und David wechselt auch mal zur E- Gitarre. Live experimentieren August August immer wieder gern mit neuen Arrangements und Formationen. Instrumente werden aber auch gerne mal reihum durchgetauscht.

Rhodes
Rhodes‘ wunderschönes neues Album „Friends Like These“ ist ein Destillat aus allem, was er in dieser Zeit durchgemacht hat – Gutes und Schlechtes – und das in einer Zeit, die sein Leben verändert hat. Obwohl er und der Produzent Rich Cooper (Josef Salvat, Lucy Rose) die 10 Songs während eines Lockdowns aufgenommen haben, wurden sie aus etwa 100 Songs ausgewählt, die Rhodes in den Jahren davor geschrieben hat, als er große persönliche und berufliche Veränderungen verarbeitete. Einige, wie z.B. die Tatsache, dass er Vater wurde, waren völlig freudig.  Andere, wie die Entscheidung, sein Plattenlabel zu verlassen und sich aus toxischen Arbeitsbeziehungen zu befreien, lösten eine komplexe Reihe konkurrierender Gefühle aus. Der in Hertfordshire aufgewachsene und in London lebende Rhodes sagt, er habe die Songs ausgewählt, die „meine Reise in den letzten Jahren am besten repräsentieren“…

Kids Of AdelaideDie Kids of Adelaide machen Musik, für die Live-Bühnen gebaut wurden. Vor denen man dann steht. Mit einem Bier in der Hand. Und diese Songs mitsingt, die für einen selbst zu Hymnen geworden sind. Das ist die Musik der Kids of Adelaide: Akkordfolgen so groß wie Bergketten, Melodien, die einem das Gefühl geben, sie würden einem ganz allein gehören und Lyrics, die man durchaus als Poesie beschreiben kann. Aber eben Rock’n’Roll-Poesie. Man könnte auch einfach sagen, sie machen Indie-Folk. Grandiosen Indie-Folk für Fans von Mumford & Sons oder The War on Drugs. Aber die Nummer mit den Bergketten und der Poesie ballert irgendwie mehr.

Acoustics 8. Juli, 18 Uhr, GrooveStation Open Air, www.acousticsconcerts.com