An die Stifte, fertig, los!

»Mal mich bunt« bringt mehr Farbe in die Welt

Kathleen Prautzsch, die Gründerin von "Mal mich bunt". Foto: Mutti

»Da wir bald zu ihrer Oma fahren, habe ich etwas gesucht, womit sie sich lange beschäftigen kann und bin auf diese Tischdecke gestoßen. Toll!! Wirklich:).« Rezensionen dieser Art erhält Kathleen Prautzsch nahezu täglich. Ihr Label »Mal mich bunt« geht seit dem Start vor eineinhalb Jahren geradezu durch die Decke – offeriert es doch eine der originellsten wie innovativsten Spielideen der letzten Zeit: Tischdecken zum Ausmalen.

In Zeiten, in denen man sich fragt, ob noch ein Leben jenseits der virtuellen Welt existiert, gehört das Versinken in einem analogen Vorgang namens »Ausmalen« schließlich nicht zwingend zur Selbstverständlichkeit. Aber wer kann schon widerstehen, wenn der komplette Küchentisch plötzlich von Dinos, Prinzessinnen, Drachen, Zuckertüten, Ostereiern, Meerjungfrauen oder Weihnachtsmännern bevölkert wird, die alle händeringend darum ersuchen, dass ihnen mit Farbe Leben eingehaucht wird? Dass Kathleen Prautzschs Ausmalangebote um ein Vielfaches erfolgreicher sind als herkömmliche Ausmalbücher, hängt mit einem kleinen, aber feinen Unterschied zusammen – und der hört auf das schöne Wort »gemeinsam«. Ihre fabelhaften Entdeckerwelten funktionieren wie ein Magnet, kaum aufgelegt, vereinen sie Groß und Klein, Dick und Dünn, Männlein wie Weiblein. Wenn es heißt: »An die Stifte, fertig, los!« sind plötzlich alle im Gespräch, werden Geschichten zu den Motiven erfunden, kommen selbst die Hibbeligsten irgendwann zur Ruhe. Dass das robuste Papier, das auch mal ein Schwapp Müslimilch abhält, selbst auf Teppich funktioniert, macht die Tischdecken so enorm vielseitig anwendbar.

Die Idee dafür kam Kathleen Prautzsch vor zwei Jahren im Mutterschaftsurlaub. Als freischaffende Start-up-Beraterin und Vertriebsexpertin coacht die in Langebrück Geborene, regionale Kleinunternehmen. Um deren Produkte erfolgreich am Markt zu platzieren, gilt es, den Markt mit feinem Gespür unter die Lupe zu nehmen, smarte Strategien zu entwickeln und Connections zielführend einsetzen. Warum aber nicht mal seine eigenen Trümpfe ins Rennen schicken? Bei der Ideensuche war die frischgebackene Mutter über eine billig produzierte Ausmaltischdecke aus Fernost gestolpert: dünnes Papier, langweilige immer wiederkehrende Motive und viel zu klein. Bingo! Was, wenn man robustes, kindgerechtes Papier verwendet und eigene, abwechslungsreiche Motive designt? Was, wenn man das Ganze auf Küchentisch-Ausmaße (84 mal 118 Zentimeter) großzieht und unter fairen Arbeitsbedingungen komplett in Deutschland herstellt? Gesagt, getan.

In dem Grafiker Jens Abicht fand Kathleen Prautzsch den idealen Geschäftspartner, mit dem sie 2018 die Firma JEKA Papier und Spielwaren gründete. Er kümmert sich um Webdesign, Lager und Versand, sie sich um Produktideen- und entwicklung, Herstellungsparameter und Marketing. Das erste – von Jens Abicht entworfene – und zugleich meistgekaufteste Tischdecken-Thema hört auf den Namen »Fantasie« und punktet mit fröhlichen Einhörnern, Feen, Eulen, Prinzen, Zauberstäben, Cupcakes … Fünzig große Einzel-Elemente galt es dafür zu gestalten und zahllose kleinere Füllelemente. Damit war der Anfang gemacht. Aber wer Kathleen Prautzsch erlebt, diese vor Einfällen und Tatendrang nur so überbordende junge Frau, der ahnt, dass damit gerademal an der Ideenoberfläche von Miss High Energy gekratzt wurde. Ihre Hochzeits-Malbuch-Sets (mit Rätseln und Buntstiften) haben schon manchem Brautpaar den schönsten Tag des Lebens gerettet. Turnbeutel zum Ausmalen gehen auf Kathleen Prautzschs Konto, eine Kinder-Messlatte, Geburtstags-Einladungskarten, ja ein ganzes Puppenhaus in Plakatformat. Gerade in Arbeit ist die Weltkarten-Tischdecke mit Tieren, Pflanzen, Sehenswürdigkeiten. Die nächsten Einfälle in die Tat umzusetzen (Städtekarten-Tischdecken von Dresden, Leipzig, Berlin), ist nur eine Frage der Zeit.
»Mein Kopf ist voller Ideen«, bekennt die 34-Jährige mit Blick auf den ansehnlichen Stapel Tischdecken-Motive vor ihr: Kindergeburtstag, Meerjungfrau, Weihnachten, Ostern, Halloween, Natur, Entdeckerwelt, Mandala … Letztere Ausmal-Variante (speziell für Erwachsene) geht bei Ergotherapien und in Seniorenheimen ab wie Schmidts Katze und entsprang dem ganz persönlichen Wunsch von Kathleen Prautzsch, die auch selbst gern zum Buntstift greift.

Was hingegen zum Ende der Sommerferien wieder wie geschnitten Brot läuft, sind die Tischdecken zum Thema Schulanfang. Logisch. Erstens landet damit nicht nur Süßkram in der Zuckertüte, zweitens ist bei der Feier umgehend für Kurzweil gesorgt. Schlaue Eltern und Großeltern haben den riesigen Entspannungseffekt von »Mal mich bunt“ (8 Euro pro Decke) längst gecheckt. Sie wissen, wie unerlässlich es ist, an Kindergeburtstagen, bei Familientreffen, an Regentagen und im Ferienhaus immer einen pfiffigen Geheimtip auf Tasche zu haben, der verhindert, dass die lieben Kleinen einem tiefengelangweilt das Nervenkostüm ruinieren.

»Hat uns lange beschäftigt und sooo tolle Bilder! Jedes Mal nach dem Essen dürfen die Kinder ausmalen, damit sie nicht so schnell vom Tisch aufstehen …«.
Mutti

Mal ich bunt
Im Einzelhandel erhältlich bei Konsum Dresden. Das komplette Sortiment bei www.malmichbunt.de.