Der Goldene reitet wieder

Das 33. Filmfest Dresden

Foto: Oliver Killing

Nachdem das Dresdner Filmfest 2020 wegen der Corona-Pandemie bereits auf den September verschoben werden musste, machte das fiese Virus den Festivalorganisator:innen auch diesmal einen Strich durch den Terminplan. Statt im April findet das Kurzfilmfestival nun vom 13. bis 18. Juli statt, gerade noch rechtzeitig gehen die Festivalkinos – Schauburg, Programmkino Ost und Thalia als Hauptspielstätten – zwei Wochen zuvor wieder an den Start.

368 Kurzfilme aus 64 Ländern werden in 211 Veranstaltungen zu sehen sein. Herzstück des Filmfestes sind wie immer der Nationale und der Internationale Wettbewerb. Den Enthusiasmus und die Kreativität der Filmemacher:innen von vier Kontinenten scheint die Pandemie jedenfalls nicht gebremst zu haben: Aus über 2.700 Einreichungen wählte die Sichtungskommission für die zwei Wettbewerbe 63 Produktionen – davon 23 Premieren – aus 30 Ländern aus, die um die »Goldenen Reiter« und eine ganze Reihe Sonderpreise konkurrieren werden. Thematisch begeben sich die Animations-, Spiel- und Experimentalfilme in diesem Jahr auf die Suche nach Identität, Heimat und einen Platz in der Gesellschaft, spüren Fragen nach Empowerment, Schönheitsidealen und Geschlechtergerechtigkeit nach, stellen gesellschaftspolitische Entwicklungen und deren Auswirkungen in den Mittelpunkt. Mit knapp der Hälfte der Wettbewerbsbeiträge ist traditionell der Animationsfilm wieder stark vertreten. Die Bandbreite an Animationstechniken reicht dabei vom klassischen Zeichentrick, über Objekt- und 3-D-Computeranimation bis hin zu experimentellen Formen.

Bemerkenswert ist der hohe Anteil an Regisseurinnen und Ko-Regisseurinnen im diesjährigen Wettbewerb. Stammten beim letzten Filmfest im September noch circa die Hälfte der Produktionen von Frauen, saßen diesmal bei den Filmen des Internationelen Wettbewerbs sogar doppelt so viele Regisseurinnen wie männliche Kollegen auf dem Regiestuhl. Mit 70.500 Euro Preisgeld zählt das Filmfest Dresden weiterhin zu den höchstdotierten Kurzfilmfestivals Europas. Neu dazugekommen sind in diesem Jahr der »Voll politisch«-Kurzfilmpreis der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung und der »Dresdner Kurzfilmpreis des Verbandes der deutschen Filmkritik«.

Außerhalb der Wettbewerbe werden in 28 Sonderprogrammen rund 250 Kurzfilme unterschiedlichster Art zur Aufführung kommen. Neben Programmen zu Länder- und Themenschwerpunkten (unter anderem 15 Jahre Fokus Québec, Diskurs Europa: UK) sowie verschiedenen Tribut-Reihen wird sich die Reihe »Move to Change! Schwerpunkt Aktivismus« mit den Unterschieden und Gemeinsamkeiten politischer Filme und eines globalisierten aktivistischen Filmschaffens befassen. Zudem bringen fünf Programme mit 27 Filmen aus 16 Ländern für junge Filmfans zwischen 5 und 18 Jahren die große weite Welt ins Kino. Auch in diesem Sommer ist das Filmfest zudem bei den Filmnächten am Elbufer zu Gast – mit der 10. Mitteldeutschen Filmnacht am 15. Juli, bei der neun regionale Produktionen um die Gunst des Publikums wetteifern werden, sowie mit vier weiteren Veranstaltungen, etwa der Dresdner Kurzfilmnacht am 17. Juli. Eine Einstimmung auf das Festival gibt es bereits ab 9. Juli mit dem kostenlosen Kurzfilm-Open-Air auf dem Neumarkt. Und für alle Kurzfilmfans, die es gar nicht erwarten können: Am 2. Juli macht die KURZ.FILM.TOUR 2021 im Thalia Station. In Anwesenheit von Regisseur:innen werden vier der nominierten und preisgekrönten Filme des aktuellen Deutschen Kurzfilmpreises präsentiert.
Angela Stuhrberg

Filmfest Dresden
13. bis 18. Juli, Vorstellungen siehe Terminal
www.filmfest-dresden.de