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Das Heinrich Schütz Musikfest in Mitteldeutschland

Heinrich Schütz

Lange war es nicht klar, ob das in ganz Mitteldeutschland ansässige Heinrich Schütz Musikfest in diesem Jahr wie gewohnt stattfinden könnte. Programme mussten überarbeitet, neue Konzepte für die einzelnen Veranstaltungsorte gefunden werden. Großen Anteil an einem zwar modifizierten, jedoch nicht weniger anspruchsvollen  Corona-Jahrgang haben die Musikergruppen selbst, vorneweg die diesjährige artist in residence Françoise Lasserre mit ihrem Ensemble Akadêmia. Allein an fünf Abenden präsentiert die renommierte französische Dirigentin mit ihrem Vokal- und Instrumentalensemble an allen Festivalorten ihre Sicht auf Heinrich Schütz, dessen vielfältige europäischen Vernetzungen auch in anderen Programmen thematisiert werden.

Die Besucher*innen erwarten in den Festivalstädten insgesamt 42 Veranstaltungen mit fast 400 Künstler*innen, aus Dresden – dabei sind die Cappella Sagittariana Dresden und der Dresdner Kammerchor. In Dresden findet mit einer »Langen Schütz-Nacht« in der Kreuzkirche am 2. Oktober auch die Eröffnung statt. Das Vokal- und Instrumentalensemble Akadêmia interpretiert von Heinrich Schütz »Historia der freuden und Gnadenreichen Geburth Gottes und Marien Sohne, Jesu Christi« in zwei aufeinanderfolgenden Teilkonzerten. Im Pianosalon erfolgt am nächsten Tag mit »Poetical Humors« die Begegnung von Viola da Gamba und Akkordeon, nicht nur bei alter Musik. Im Alten Pumpenhaus, das schon im letzten Jahr als stimmungsvoller Veranstaltungsort entdeckt wurde, gastiert Lucile Boulanger und lädt mit der Viola da gamba zu einer musikalischen Reise »Zurück in die Zukunft«.

Ein Höhepunkt für die Liebhaber*innen alter Musik wird sicher das Konzert in der Frauenkirche unter Leitung von Hans-Christoph Rademann. »Ich bin ein rechter Weinstock« am 9. Oktober bringt Motettenkunst von Schütz bis Kuhnau. Bekannt und beliebt sind auch die Sänger des Leipziger Ensembles amarcord, die diesmal mit einem Plus an weiblicher Gesangsstimme und einem Kammerensemble auftreten und in der Dreikönigskirche von »Liebe und Verlangen« singen. Neben Werken von Schütz, Gesualdo oder Schein erklingt in ihrem Konzert am 10. Oktober auch eine Uraufführung von Annette Schlünz.
Schüler*innen können auch 2020 wieder mit dem Junior!-Ticket für fünf Euro preisgünstig die Welt der Alten Musik erkunden. Es lohnt sich außerdem, mehrere Tickets auf einmal zu buchen: Wer sechs Karten auf einmal kauft, erhält zehn Prozent Rabatt, für zehn Karten in einem Bestellvorgang gibt es 15 Prozent Rabatt. Eine besondere Aktion ist das diesjährige Fan-Ticket, mit dem die durch die notwendigen Hygienemaßnahmen verursachten Mindereinnahmen abgefedert werden sollen.
Marthe P.

Heinrich Schütz Musikfest
2. bis 11. Oktober, verschiedene Orte.
www.schütz-musikfest.de