Die Garde pimpt den Sommer auf

Über 30 neue Open-Air-Shows bis Ende August

Die lokalen Artists von "Mit Abstand das Beste".

Normalerweise wäre der Sommer für die Freilichtbühne Junge Garde ein sehr kurzer gewesen. Nach den bisher gültigen Regelungen wäre es frühestens im September mit den Taschenlampenkonzerten weitergegangen beziehungsweise mit der vom 27. August auf den 2. September verschobenen Olaf-Schubert-Show (ausverkauft). Dann noch Wanda und Tash Sultana – Ende Gelände. Der „Rest“ ist auf 2021 verschoben, einiges wurde auch abgesagt.

Das konnte und wollte Rodney Aust, der die Bühne im Großen Garten mit seiner Firma betreibt, so nicht stehen lassen. Ein paar Telefonate später ergab sich ein Bündnis aus Veranstaltern, Künstlern und Privattheatern, das in kürzester Zeit ein Musik- und Theater-Programm zusammenstellte. Die Maßgaben: maximal 990 Gäste, es sollte auch nicht zu geräuschintensiv sein (wegen der Anwohner), alle Veranstaltungen beginnen spätestens 19 Uhr oder 19.30 Uhr. So kann das hygienetechnisch und umweltschonend im Wortsinne über die Bühne gehen – unter dem Motto „Mit Abstand das Beste“.

Das Ganze startet bereits am 26. Juni mit dem Zwinger-Trio, das sich einer ausverkauften Hommage an die legendäre „Komikerparade“ widmet. Auch in den Tagen danach ist Tom Pauls mit verschiedenen Programmen und Inszenierungen seines Theaters zu Gast. Aus dem Comedyfach kommen Torsten Sträter (9.7.), Olaf Schubert (16. und 17.7.), Lisa Eckhart (20.8.) und Die Feisten (22.8.). Musik gibt es unter anderem mit einer Premiere der medlz (7.8.) sowie ihrem A-capella-Festival (29.8.), Anna Mateur (2.8.) oder Tina Tandler (31.7.). Stücke aus seinem Spielplan bringt das Boulevardtheater auf die Bretter: von „Azzurro“ über „Die Fete endet nie“ bis zu „Herr Pastor, die Kutte rutscht!“. Und auch die Hexe Baba Jaga aufersteht für einen Abend (18.7.). Drei Nachmittage gestalten Wladimir Kaminer (22.8.), der Traumzauberbaum (2.8.) und der Bergsteigerchor (1.8.). Auch der Herr der Maden, Dr. Mark Benecke, lässt sich nicht lumpen und kommt mit seinem Vortrag „Mafia in New York“ nach Dresden (23.8.).

Bei aller Euphorie, die die Beteiligten versprühen, bleibt das Ganze natürlich auch ein Wagnis. Die Produktionskosten liegen bei insgesamt 300.000 Euro. Ton, Licht und Personal arbeiten wie für knapp 5.000 BesucherInnen, aber nur ein knappes Fünftel davon darf rein, wenn es denn ausverkauft ist. Zudem ist die Zeit für den Kartenvorverkauf extrem gering, für den Start mit dem Zwinger-Trio sind es gar nur elf Tage. Und nicht zuletzt ist da auch noch das Wetter. Zum Zeitpunkt gibt es auch noch keine Zusagen oder festen Absichtserklärungen der Stadt Dresden für eine Unterstützung des Mammutprogramms, ebenso ist eine vorübergehende Senkung der Pacht durch das Land Sachsen momentan nicht in Sicht.

Was noch zu sagen wäre: Das Gesamtprogramm ist in progress, weitere Shows werden hinzukommen. Diee erste war die Bühnenversion der TV-Show "Gipfektreffen" mit Schubert, Sträter und König. Also dann: Ran an den Vorverkauf, bei SaxTicket in der Schauburg sowie im Onlineshop www.saxticket.de gibt es Tickets für alle Veranstaltungen. Die Platzwahl vor Ort ist dann frei und erfolgt nach dem gesunden Menschenverstand.
Jo Hannstadt

Mit Abstand der Beste
26. Juni bis 30. August, Freilichtbühne Junge Garde
Tickets: www.saxticket.de
www.junge-garde.com