Feuriges in Hellerau

Das Tanzformat „Floor on Fire“ beschert zwei energiegeladene Abende

Foto: Grafox

Am Freitagabend herrscht eine ausgelassene Stimmung im Festspielhaus Hellerau. Zahlreiche Tanzbegeisterte von Klein bis Groß versammeln sich in gemütlicher Plauderei in den Räumlichkeiten des „Europäischen Zentrums der Künste“. Kurz vor 20 Uhr werden die Türen zur Halle geöffnet. Trotz freier Platzwahl gibt es kein Gedrängel. Das Moderationsduo eröffnet nach einer Viertelstunde gut gelaunt das „Battle of Styles“.

Unter dem Motto „So geht sächsisch“ kündigt die Moderatorin Jasmin Blümel-Hillebrand die Mitgastgeber The Saxonz als eines der vier Ausgangsteams an. Zudem nehmen das Contemporary Team, die Landesbühnen Sachsen und das House of Saint Laurent mit jeweils vier TänzerInnen teil. Während der Vorstellungsrunde der verschiedenen Stilrichtungen wird schnell klar, dass jedes Tanzmitglied durch kreative Individualität beeindrucken kann.

Ausgelegte Ablaufpläne erklären den Zuschauenden die Abfolge des Aufeinandertreffens der Tanzstile. Durch das raffinierte Auswahlverfahren wachsen die Battle-Teams. Es entsteht ein innovatives Zusammenspiel. „Breakdance gegen Ballett, Streetstyle gegen Contemporary, HipHop misst sich mit Spitzentanz“, heißt es in der Programminformation.
Für die Einstiegsrunde werden Paare mit jeweils zwei KünstlerInnen aus allen vier Stilgruppen ausgelost. Ohne einer Choreografie zu folgen, begeistern die TänzerInnen das Publikum. Die fünfköpfige Jury ermittelt im Laufe des Abends die Gewinnenden der Battles.
Aus den Boxen ertönt ein bunter Musik-Mix von DJ Kid Cut aus Hamburg. Passend zur Vorweihnachtszeit bringt vor allem der allbekannte Hit „Last Christmas“ von Wham! die Masse zum Beben.

Nach der ersten Halbzeit gibt es eine zwanzigminütige Pause, welche die neuen Tanzkonstellationen zur weiteren Vorbereitung nutzen. Nach der kurzen Auszeit kommen besonders die jüngeren ZuschauerInnen auf ihre Kosten. Kleine Talente trauen sich ihre Tanzkünste vorzustellen. Das Jurymitglied Susan Schubert vergibt zwei Plätze für Workshops in der Tenza Schmiede. Das Publikum entscheidet sich lautstark für die zwei besten Nachwuchstalente.

Neben der Vielfalt der individuellen Tanz-Charaktere bestimmt ebenso das Aufeinandertreffen von Gemeinsamkeiten den Abend. So stehen sich im Finale zwei Quintette aus allen Stilrichtungen gegenüber, welche ein hervorragendes Zusammenspiel vielfältiger Tanzelemente leisten. Die Jury sitzt im Publikum und wird zur Entscheidung durch Scheinwerfer beleuchtet. Mit ausgestreckten Armen entscheidet sie sich für das bessere Battle-Team. Doch nach zweieinhalb Stunden soll das noch nicht das Veranstaltungsaus sein. Alle Anwesenden werden aufgefordert, gemeinsam das Tanzbein zu schwingen. Während beim Tanz der Gruppen gegeneinander durchaus eine Battle-Atmosphäre entsteht, spiegelt die volle Tanzfläche zum Schluss ein harmonisches Miteinander wider.

Gut zu wissen: Die nächste Ausgabe von „Floor on Fire“ gibt es am 14. und 15. März am selben Ort.
Vanessa Grapenthin

Floor on Fire
20. und 21. Dezember, Festspiehaus Hellerau