Geschlechtergerechtigkeit im Fokus

Das 34. Filmfest Dresden

Szene aus »Transfiguration«

Nach zwei turbulenten Pandemiejahren kehrt das Filmfest Dresden mit der 34. Ausgabe an seinen üblichen Terminplatz im April zurück. 355 Filme aus 68 Ländern werden in 199 Vorstellungen unter anderem in den angestammten Festivalkinos Schauburg, Programmkino Ost oder Thalia, in den neuen Spielorten Zentralkino und Kino im Kas­ten sowie beim kostenlosen Open-Air auf dem Neumarkt zu sehen sein. In den drei Wettbewerben – National, International und Regional – konkurrieren insgesamt 73 in den letzten zwei Jahren entstandene kurze Spiel- und Animationsfilme um neun »Goldene Reiter« und sieben Sonderpreise sowie ein Preisgeld von insgesamt 71.000 Euro, vergeben von acht unabhängigen Jurys. Die Filmnächte am Elbufer, die in diesem Jahr die Partnerschaft mit dem Filmfest intensivieren, stiften erneut den »Publikumspreis der Mitteldeutschen Filmnacht/Regionaler Wettbewerb«. Zum zweiten Mal vergibt eine Jury den Filmpreis »voll politisch« der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung. Und wie immer entscheiden außerdem die Zuschauer:innen über den »Goldenen Reiter des Publikums« in allen drei Wettbewerben.

Nach dem letztjährigen Schwerpunkt »Aktivismus« bildet 2022 das Thema »Geschlechtervielfalt und -gerechtigkeit« den zweiten Teil des dreiteiligen übergeordneten Festivalschwerpunktes »Diversität«. Mehrere Reihen der insgesamt 30 Sonderprogramme sind dem gewidmet, etwa das Programm »Move Your Body, See Your Body, Protect Your Body«, das Facetten und Traditionen der Ballroom-Scene in New York präsentiert oder die Filme des Programms »Equity > Equality« aus der Reihe »Diskurs Europa: Fokus Bulgarien«, die sich mit der Kategorie Gender sowie den Konzepten von Männlichkeit, Weiblichkeit, Identität und Sexualität auseinandersetzen. Der »LUCA – Filmpreis für GeschlechterGerechtigkeit« feiert in diesem Jahr übrigens bereits sein fünftes Bestehen. Ein 2022 neu gegründeter Beirat für Geschlechtergerechtigkeit unterstützt das Festival in seiner gendergerechten Entwicklung.

Mit Identitätsfragen im Spannungsfeld indigener und europäischer Wurzeln befasst sich die renommierte franko-kanadische Künstlerin Caroline Monnet. Beim Filmfest kuratiert sie in diesem Jahr die Reihe »Fokus Quebéc«, in der Ausstellung »Wo kommen wir her – wo gehen wir hin« präsentiert sie zudem im Kunsthaus Raskolnikow eine Auswahl ihrer aktuellen Videoinstallationen. Unter dem Motto »Einmal um die Welt« lädt das diesjährige Kinder- und Jugendfilmprogramm junge Filmfans ab fünf Jahren ein, aktuelle Kinderkurzfilme aus aller Welt zu entdecken, in fremde Kulturen und spannende Geschichten einzutauchen und sich im Anschluss mit den Filmemacher:innen über das Gesehene auszutauschen. Bei den »Sandwich Talks« in der Filmgalerie Phase IV sprechen Filmschaffende aus dem Wettbewerb über ihre künstlerischen und thematischen Herangehensweisen.

Die Preisverleihung findet am Samstag, dem vorletzten Tag des Filmfestes, in der Schauburg statt.
Angela stuhrberg

34. Filmfest Dresden
5. bis 10. April, vollständiges Programm im Terminal und unter www.filmfest-dresden.de