Humorzone, die sechste

Das Lachfestival wächst und wächst

Der Schirmherr putzt noch mal das Maskottchen. Foto: Amac Garbe

Wenn Berlin seinen Goldenen Bären hat und Cannes seine Goldene Palme, dann hat Dresden im März jedes Jahres den Goldenen Olaf. So darf man das güldene Logo-Reiterchen durchaus interpretieren, denn schließlich ist der Schirmherr des Comedyfestivals Humorzone niemand Geringeres als Olaf Schubert.
Vom 11. bis zum 15. März gibt es nun bereits – man glaubt es kaum – die sechste Ausgabe. Die erfolgreiche Grundstruktur haben die Organisatoren beibehalten, aber trotzdem noch etwas draufgesetzt. Inzwischen sind es über 100 Lachverantwortliche –  ein wahres Monster von Programm. Dass die Lange Nacht der Dresdner Theater zum zweiten Mal auf den Zonen-Sonnabend fällt, hat dafür gesorgt, dass sich einige Bühnen entscheiden mussten.

Was über die Jahre zu beobachten ist: Die Organisatoren glauben an die Künstler, die sie einladen, sie entwickeln sie sogar. So ist es gut zu beobachten, wie so mancher, der im Thalia oder im Ostpol begann, inzwischen größere oder ganz große Säle bespielt. Und: Zu sehen sind Programme, die weltoffen, progressiv und manchmal gar experimentell sind – keine Spur von »besorgten« Dumpfbacken, die es ja längst auch in der Comedyszene gibt.

Zwischen all den Soloprogrammen sind es auch wieder die Mix-Shows, die wichtige Anker im Programm sind – vom Warm-up (einmal mehr von Knacki Deuser moderiert), der Zotenzone und der Freakshow in der Schauburg über den Newcomer-Wettbewerb in der Keule bis zum funny Slam oder der Migrantenshow in der Scheune.

Natürlich kommen wieder gute Bekannte mit neuen Programmen in die Stadt, so etwa Bembers, Der Tod, Eure Mütter, Horst Evers, Ingmar Stadelmann, Johnny Armstrong, Jochen Malmsheimer, Johann König, Mundstuhl oder Torsten Sträter. Aber genauso schlägt die Humorzone wieder neue Töne an, etwa mit den Wortlos-Künstlern Ohne Rolf (14. März), dem Konzert von Glasblassing (13. März), der Trash-Show mit Günther und Hindrich (13. März), der Musik von Gankon Circus (11. März) oder dem Noch-nie-FDP-Wähler Blockflöte des Todes (12. März).

Der Ostpol ist auch 2020 der Ort für Newcomer, Poetry sowie Experimente – und wird natürlich bestuhlt sein. Und noch etwas wird es im Ostpol zum dritten Mal geben: Spaß der einfachsten, aber auch einfachen Kategorie kommt hier am 14. März ab Mitternacht zum Zuge – in der »Flachwitzzone«. Und das Beste daran: Hier darf das Publikum ran. In mehreren Runden treten Witzeerzähler gegeneinander an, dazu kommen die Comedy-Stars nach ihren Auftritten, um auch ihrerseits einen vom Stapel zu lassen. Dem Sieger oder der Siegerin winkt am Ende die »Goldene Flachzange«. Durch die Show führt JB Nutsch, für Klänge sorgt Andreas Krug, und eine Trashdisco mit DJ Flips Assmussen gibt es auch noch. Spaß bis in die Morgenstunden sozusagen.

Den Abschluss bildet wieder die Gala – mal sehen, ob es erneut einen Überraschungsgast gibt. Und: Stand 11. März finden alle Veranstaltungen wie geplant statt.
JH

Humorzone 2020
11. bis 15. März, 
www.humorzone.de