Hybrides Hellerau

Eine Plattform wird 11. bis 14. März zum Festival der globalen Transformation

Ouri (Foto: Bruno Destombes)

Auch im Digitalen schlägt das analoge Virus zu. Denn die Plattform »Hybrid« sollte bereits im März 2020 an den Start gehen, doch genau da schlug der Covid-Hammer zu. Nun, da die Netzaffinität der Kultur coronabedingt rasant fortgeschritten ist, kommt »Hybrid« – sozusagen zum Jahrestag des ersten Lockdowns – doch noch. Und da wird einiges geboten, wenn vom 11. bis 14. März das Festival der digitalen Künste über die virtuelle Bühne geht.

»Hybrid – Cutting Edge Canada«, so der vollständige Titel, ist eine Kollaboration mit dem bekannten kanadischen Medienkunstfestival MUTEK und auch Teil des Kulturprogramms von Kanadas Gastlandauftritt bei der Frankfurter Buchmesse 2020/21. Es entsteht einer neue internationale Plattform, ein Labor-, Experimentier- und Diskursraum der Künste im digitalen Zeitalter. Zum Start wird die virtuelle Festivalplattform vier Tage lang mehr als 20 Performances auf virtuellen Bühnen präsentieren, außerdem wird es eine interaktive Galerie geben, in der innovative digitale Kunstwerke ausgestellt sowie eine Reihe von Gesprächen stattfinden werden. Beteiligt sind internationale und lokale KünstlerInnen und Kollektive, die Schnittstellen von Technologie, Wissenschaft, Philosophie und Gesellschaft erkunden, sichtbar machen, diskutieren und weiterentwickeln.

Dabei ist zum Beispiel Sabrina Ratté aus Paris, die analoge Technolgien mit digitaler Video- und 3-D-Kunst zusammebringt und daraus einzigartige audiovisuelle Ereignisse erschafft. Die Kanadierin Ouri Ouri wiederum oszilliert zwischen pulsierenden Höhen und melancholischen Tiefen. Mit Synthesizern, Steel-Gitarre, Cello und mehreren Effektpedalen baut sie Atmosphären transzendentaler Spannung zwischen aggressiver rhythmischer Progression und beruhigender harmonischer Fließeigenschaft auf. Ebenfalls dabei: Die in Berlin lebenden kanadischen Elektronik-Künstler Deadbeat und Fatima Camara. Die Kollaboration machte 2019 auf sich aufmerksam, als sie das legendäre Cowboy-Junkies-Album »The Trinity Sessions« vollkommen neu interpretierte.

Sahar Homami wiederum ist eine audiovisuelle Künstlerin, Programmiererin und Kalligrafin mit Sitz in Berlin und Montreal. Geboren und aufgewachsen in Teheran, entdeckte sie die Kalligrafie bereits in jungen Jahren und erlangte mit 18 Jahren die Meisterstufe in persischer Kalligrafie. Seit 2015 beschäftigt sie sich mit Creative Coding, generativer Visuals und visueller Live-Programmierung. Im vergangenen Jahr war sie mit Installationen auf dem Festival DAVE in Dresden dabei. Für einen weiteren Ausblick auf das digitale Geschehen, hinter dem ja trotzdem analoge Aktionen stehen, sorgt der »Podcast from HELL« am 7. März, der einige der »Hybrid«-Beteiligten vorstellt.
US

Hybrid – Cutting Edge Canada 11. bis 14. März
kostenfrei zu erleben unter www.hybrid-space.org und virtual.mutek.org