Schutzgebiete für die Zukunft

Eine Raumkonferenz und Aktionstage

Carolin Hesse und Fridolin Pflüger. Foto: Andreas Herrmann

Der Konglomerat e. V. wartete im vergangenen Jahr mit einer Art Gegenoffensive zur Kulturhauptstadtbewerbung auf und sorgte mit »Na dann machen wir mal …« für Aufmerksamkeit und kämpft um den Stadtraum als »Zukunftsschutzgebiet«. Der Verein lud sich am 13. April gemeinsam mit dem Mieterverein im Rathaus-Plenarsaal die Wahlkämpfer vor und lädt nun vom 17. bis 23. Juni zu einer kompletten Woche mit Raumkonferenz und Aktionstagen an 25 Veranstaltungsorte zu rund 50 Veranstaltungen in elf Formaten und fordert: »Platz da!«

Das Wochenticket enthält Kinderbetreuung, ÖPNV, Leihfahrräder und Coworking im Vereinssitz, dem Rosenwerk, und kostet für die bundesweit anreisenden Profis wie Fachleute 280 Euro, für normale Menschen 70 und für Studenten wie andere Ermäßigte 28 Euro, die Veranstaltungen im öffentlichen Raum sind natürlich frei: »Ab rund einhundert Teilnehmern über die Woche sind wir zufrieden, aber zweihundert sind besser«, erklärt Organisator Fridolin Pflüger, der gemeinsam mit Landschaftsarchitektin Carolin Hesse einen außergewöhnlichen Pressetermin auf dem Alten Leipziger Bahnhof veranstaltet, zu dem beide per Radanhänger drei große gelbe Dominosteine mit drei Punkten als Sitzgelegenheit anschleppen, von denen es dann einhundert geben wird. Vier Themengebiete und einhundert Referenten sind gebucht: Es geht neben »Planen & Bauen« sowie »Engagement & Mitgestaltung« auch um »Lebensqualität & Gemeinwohl« oder »Boden & Eigentum«.

Typische Gefahrenzonen, die ohne Schutz zu Verlustorten wie Lö14, Freiraum Elbtal, der BRN-Lustgarten oder auch die frühere Ostrale werden, sind bekannt. Nun werden auch Veranstaltungen an Orten geplant, die demnächst ihren Charakter verlieren. Sie sollen als Beispielfälle gelten, in denen eine Wende noch möglich wäre: der Neustädter Markt, der Alte Leipziger Bahnhof, die Robotron-Kantine, aber auch das Areal des Johannstädter Ex-Plattenwerkes. »Überall dort sind Leute zugange, an die man bei der Planung offenbar nicht denkt und die man privaten oder finanziellen Interessen opfert«, meint Pflüger, verweist auf die Skaterbahn im Robotron-Gelände und fragt: »Wo sollen die Leute denn dann hin?«
Andreas Herrmann

Raumkonferenz 2019
12. bis 13. Juni, Dresdner Innenstadt
www.stadtraum.jetzt