Spookai

Das Societaetstheater lädt zum Spaziergang in die Welt der Geister

Foto: Hiroko Tanahashi

Mit Parcours kennt sich das Societaetstheater bestens aus, gleich mit seinem Amtsantritt erfand die Crew mit und um den neuen Bühnenchef Heiki Ikkola neue Formen, das Haus in Pandemiezeiten zu bespielen – Parcours waren ein wesentliches Element dabei. Nun geht es wieder auf »Wanderschaft« durch das Gebäude – mit dem Post Theater und dem Geis­terwalk »Spookai«.

Immerhin: Eine Weltpremiere ist dieser 60-minütige Spaziergang in eine besondere Geisterwelt. Teilnehmen dürfen maximal vier Personen aus einem Hausstand pro Rundgang. Dabei macht »Spookai« aus dem Societaetstheater ein seltsames Spukhaus. Das Publikum erlebt auf einem Thea­terparcours das (Un-)Heimliche, das hinter jeder Ecke lauert und stellt fest, dass es viel mehr Geister gibt, als es die europäische Folklore erklären kann. Aus Japan scheint eine viel umfangreichere Erklärung zu kommen, wie, wo und warum Dämonen und Geisterwesen auftauchen und was sie wollen. Die sogenannten »Yokai« können einfach aus allem entstehen – aus einem Stück Natur oder auch aus einem Gegenstand, der von Menschen gemacht wurde.

Beschäftigt mit dieser japanischen Geisterwelt hat sich das Post Theater und macht diese nun auch im Socie­taetstheater aufspürbar. Dabei kommt vor allem den Tsukumo Gami, den Ding-Dämonen, eine besondere Rolle zu: Wenn jeder Gegenstand einen Geist hat, haben dann Smartphones besonders schlaue Geisteskräfte? »Spookai« fragt nach dem Verhältnis der Menschen zu ihrer immer »schlaueren« Technik, zu neuen Medien, und was diese mit uns machen.

Dabei spricht »Spookai« Menschen verschiedener Generationen auf parallelen Ebenen an – alle werden auf eine Tour zu multi-medialen Installationen und Performances geführt, bei denen sie zahlreichen Yokai begegnen – und ihre Welt kennen und schätzen lernen. Trickfilm, Robotik, Sound-Architekturen und Theatertechnik helfen dabei, das Publikum zu gruseln, zu überraschen und zu verwirren.

In »Spookai« setzt sich die japanische Medien-Performance-Künstlerin Hiroko Tanahashi (künstlerische Ko-Leitung von Post Theater) mit ihrem eigenen kulturellen Erbe intensiv auseinander. Wie universell können Vorstellungen aus der japanischen Mythologie sein? Wie unterschiedlich sind Vorstellungen von Geisterwesen in ihrer alten und ihrer neuen Heimat? Welche Traditionslinien lassen sich aus dem Shintoismus zur Actor-Network-Theorie von – unter anderen – Bruno Latour ziehen?

Post Theater arbeitet seit seiner Gründung in New York immer wieder an der Schnittstelle zwischen Theater und Medienkunst und versucht, das Verhältnis von Mensch und Technik immer wieder neu kritisch zu hinterfragen. Post Theater erhielt zahlreiche Preise und Stipendien und lehrt seine Methoden weltweit, zuletzt in Taiwan und der Ukraine.

Spookai Ein Spaziergang in die Welt der Geister bis 18. April
Ab 7. April gibt's wieder freie Slots: Mi-Fr: 18-21 Uhr / Sa-So: 15-21 Uhr / stündlich
pro Durchlauf nur ein Hausstand
ACHTUNG: Ab 7.4. benötigt jeder Gast eine tagesaktuellen, negativen Corona-Schnelltest, das Tragen von Nasen-Mund-Schutz bleibt während der gesamten Zeit dennoch Pflicht.
www.societaetstheater.de