Leistungsschau, aber kein Leistungsvergleich
Sächsische Theater treffen sich sechs Tage lang an der Neiße
Bundesländer mit einer Theaterdichte vom Format Sachsens leisten sich „nationale“ Theatertreffen. Sachsen aller zwei Jahre seit 2000 schon zum 13. Mal, und nach 14 Jahren ist das Gerhart-Hauptmann-Theater Görlitz-Zittau erneut Gastgeber. Das Festival beginnt am Dienstagabend 21. April und endet Sonntagnachmittag 26. April mit der Preisverleihung. Das Treffen wird aber weniger vom Wettbewerbsgedanken als von der Idee des Austausches und der persönlichen Begegnung zwischen den elf teilnehmenden Bühnen bestimmt.
Besucher aus der gastgebenden Neißeregion, aber auch anreisende Interessenten können dank der konzentrierten Gastspiele einen Überblick über die Arbeit anderer Bühnen gewinnen. Dem kommt ein mit nur 45 Euro außerordentlich günstiger Festivalpass entgegen. Durch die Integration des länderübergreifenden J-O-S-Festivals erweitert sich der Horizont dieses Jahrgangs sogar noch auf das polnische Zielona Góra und das tschechische Liberec. Das gastgebende Hauptmann-Theater zeigt sogar eine Tanz-Koproduktion mit dem afrikanischen Ruanda.
Ansonsten dominiert wie gewohnt das Sprechtheater, auch aus logistischen Gründen, Ausstattung und Orchester betreffend. Wie schon vor zwei Jahren in Leipzig erobert sich auch die Freie Szene einen wachsenden Platz beim Theatertreffen und wird sich vor allem Donnerstag und Freitag ab 14 Uhr auf öffentlichen Plätzen in Görlitz und Zittau präsentieren. Angesichts des Finanzierungsalarms bei den Stadttheatern in sächsischen Kulturräumen wird eine kulturpolitische Diskussion mit Schirmherr und Ministerpräsident Michael Kretschmer Samstag 17.30 Uhr in Zittau mit Spannung erwartet.
Der detaillierte Spielplan ist unter www.g-h-t.de abrufbar.
Michael Bartsch
