Das Comeback der Leinwände

Am 1. Juli öffnen die Kinos wieder

2020 eröffnet, doch fast noch unbenutzt: das Zentralkino.

Nachdem das UCI im Elbepark bereits Mitte Juni wieder mit dem Spielbetrieb begonnen haben, erwachen nun auch alle anderen Dresdner Kinos am 1. Juli – abgestimmt mit Kinoverbänden und Verleihern – wieder zu neuem und hoffentlich dauerhaftem Leben. Welche Corona-Regeln dann genau gelten werden, ist auch eine reichliche Woche vor diesem Datum noch immer nicht ganz klar. Die Sitzplatzbelegung in den Sälen planen die Kinos derweil erst einmal vorzugsweise nach dem Prinzip des »Schachbrettmusters«: Wer Kinotickets zusammen kauft, sitzt zusammen, die Plätze davor, dahinter und daneben bleiben frei.

Ebenfalls bleiben werden wohl die Maßnahmen zur Kontaktverfolgung und Masken im Foyer. Alle hoffen freilich darauf, dass die entsprechenden Regelungen eher früher als später den sinkenden Inzidenzzahlen angepasst werden, und bald wieder eine Sitzplatzauslastung von mehr als den jet­zigen 30 bis 50 Prozent möglich sein wird. Das Filmangebot im Juli wie im gesamten Sommer gäbe das durchaus her. Vor allem die Arthouse-Verleiher überschlagen sich geradezu bei dem Versuch, den Filmstau der letzten Monate schnell abzubauen. Neben dem Berlinale-Gewinner »Bad Luck Banging or Loony Porn« und den Oscar-Preisträgern »Nomadland« (Bester Film, Beste Regie, Beste Hauptdarstellerin), »Minari« (Beste Nebendarstellerin), »The Father« (Bestes adaptiertes Drehbuch, Bester Hauptdarsteller) und »Der Rausch« (Bester Internationaler Film) kommen im Juli auch die neuesten Werke des französischen Regie-Großmeisters François Ozon (»Sommer 85«) und des 2009 als Kino-Wunderkind gestarteten Frankokanadiers Xavier Dolan (»Matthias & Maxime«) auf die Leinwände.

Die Mutiplexe haben dazu noch (erhoffte) Blockbuster wie »A Quiet Place 2«, »Godzilla vs. Kong« oder »Black Widow« auf der Liste. Und jenseits des regulären Kinoprogramms sind da ja auch noch die großen Filmevents, die um die Gunst der ausgehungerten Filmfans buhlen. Neben dem vom April in den Juli verlegten »33. Filmfest Dresden« und den schon am 24. Juni gestarteten »Filmnächten am Elbufer« wartet nun auch der Palais Sommer beim »Palais.Kino« mit 50 Filmen auf, und das Museumskino der Technischen Sammlungen lädt an fünf Tagen open air zu den »6. Dresdner Stummfilmtagen« ein.

Das Programmkino Ost wird sein treues Publikum zur Wiedereröffnung an den ersten drei Spieltagen jeweils von 18.30 bis 20.30 Uhr im Garten mit Live-Musik von drei verschiedenen Bands (»Buckijit«, »Krambambuli« und »The Shy Boys«) begrüßen, und im Thalia gibt es zur »Kurz.Film.Tour. 2021« am 2. Juli zu jedem Ticket ein Freigetränk.

Und in eigener Sache: Auch die SAX-Filmredaktion kehrt ab der Juli-Ausgabe zum »Regelbetrieb« mit der Vorstellung von Kinofilmen und einem Filmindex zurück. Daneben werden wir aber auch weiterhin das eine oder andere Serienhighlight vorstellen, in der Printausgabe oder digital.
Angela Stuhrberg

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