Offbeat twentyfive

Yellow Umbrella feiern am 5. Oktober ein Vierteljahrhundert

Die Frage nach Yellow Umbrella kennt meist zwei Antworten – je nach Kenntnislage der jeweiligen Materie: Da wäre zum einen der berühmte gelbe Regenschirm aus der Serie »How I Met Your Mother«, zum andere eine Band aus Dresden, die am 5. Oktober in der Scheune ihren 25. Geburtstag feiert – eben Yellow Umbrella.

Ein Vierteljahrhundert zu bestehen, das schaffen nicht viele Combos, und wenn doch, dann liegt es auch daran, dass man zeitlose Musik spielt, die keinem Jugendwahn hinterherhechelt, aber trotzdem ein nachwachsendes Publikum erreichen kann, wenn die Fans der ersten Jahre das Ausgehen schon weitgehend aufgegeben haben. Das haben Yellow Umbrella ohne Frage geschafft.

Die Geschichte begann 1994 mit einer Bande von Reggae- und Skabegeisterten, wobei Yellow Umbrella aus einer Art »Vorgängerband« namens Alles Quark GmbH hervorgingen. Kurz nach Gründung lag ein YU-Demotape auf dem Redaktionstisch der SAX. Die Produktion noch etwas rumpelig, das Englisch der ersten Sängerin (!) sehr schulmäßig und nicht alles wirkte ausgereift. Aber frische und neue Töne waren das allemal aus dieser Stadt. Wenig später erscheint das erste Album, schlicht »Offbeat« benannt, der Grundstein ist gelegt, mit Enrico Wildner ist inzwischen ein Sänger am Start, der die Vibes des Genres mitbringt – in nur kurzer Zeit werden YU eine der beliebtesten Bands der Stadt, und es dauert nicht lange, da erspielt sich das Ensemble einen festen Platz in der deutschen und europäischen Reggae- und Ska-Szene, erspielt sich mit der ganz eigenen Mischung aus jamaikanischen Sounds, osteuropäischen Einflüssen, Jazzigem und Rockigem eine respektable Anhängerschaft.

1997 hat sich eine Grundformation gefunden, die bis heute aktuell ist. Regelmäßig erscheinen Alben, der Tourkalender ist voll, aber der »richtige« große Durchbruch nach ganz oben kommt nicht, was kein Wunder ist, denn selbst langjährige deutsche Szenebands wie die Busters kommen über 400-Seelen-Säle kaum hinaus. Irgendwie ist der Wurm drin, 2003 wird die Auflösung beschlossen und es gibt vor Tausenden Fans ein letztes spektakuläres Konzert bei den Filmnächten am Elbufer, zu dem die Bandmitglieder auf Pferden auf das Areal reiten.

Aber es dauert nur zwei Jahre, da ist das Ende vom Ende erreicht und das Offbeat-Kollektiv meldet sich zurück – mit klarem Kopf sowie neuen Songs und Ideen. Alle paar Jahre kommt ein neues Album, und nur dann, wenn man vom Material überzeugt ist. Druck war gestern. Und – es sind ja inzwischen auch Eltern in der Band – es entstehen Buch und Musik rund um das Projekt Reggaehase Boooo, dem inzwischen ein jährliches Fest auf dem Weißen Hirsch gewidmet wird.

Nun feiern die »Hooligans of Love« aber erstmal ihren 25. Bandgeburtstag – mit illustrer Gästeschar und einer Handvoll neuer Songs, schließlich hat die »gelbe« Crew noch viel vor. Wir sagen: Herzlichen Glückwunsch und alles Gute für die Zukunft.
JH

25 Jahre Yellow Umbrella
5. Oktober, Scheune, www.yellowumbrella.de